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Corporate Responsibility

Wir übernehmen täglich Verantwortung – und das seit fast 350 Jahren. Unsere Unternehmensstrategie und unsere Werte bringen dies zum Ausdruck. Verantwortungsvolles Handeln in Bezug auf Mitarbeiter, Produkte, Umwelt und Gesellschaft ist eine Grundvoraussetzung für unseren wirtschaftlichen Erfolg.

Strategie und Management

Unsere Aktivitäten im Bereich unternehmerische Verantwortung (Corporate Responsibility, CR) steuert unser CR-Komitee. Es setzt sich aus Vertretern der Unternehmensbereiche und relevanter Konzernfunktionen zusammen. Im Juni 2016 hat Belén Garijo, Mitglied der Geschäftsleitung und CEO Healthcare, die Leitung des Komitees übernommen.

Die Menschheit steht vor globalen gesellschaftlichen Herausforderungen wie Klimaschutz, Ressourcenknappheit oder unzureichendem Zugang zu Arzneimitteln in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unseren innovativen Produkten in den Bereichen Healthcare, Life Science und Performance Materials sowie einer verantwortungsvollen Unternehmensführung zur Lösung dieser globalen Herausforderungen beitragen können. Verantwortungsvoll handeln heißt: hinschauen, zuhören, besser machen. Wir achten die Interessen unserer Mitarbeiter, Kunden, Kapitalgeber und der Gesellschaft und minimieren ethische, wirtschaftliche und soziale Risiken. Damit sichern wir unseren Unternehmenserfolg. So ist es in unserer Unternehmensstrategie verankert. Unsere CR-Strategie knüpft daran an. Mit ihr verwirklichen wir verantwortungsvolle Unternehmensführung täglich aufs Neue. Zugleich bündeln wir unsere Kräfte dort, wo wir am meisten bewirken können. Wir engagieren uns in drei strategischen Handlungsfeldern: Gesundheit, Umwelt sowie Kultur und Bildung. Die Zukunftsfähigkeit der Gesellschaft und unsere Wettbewerbsfähigkeit stehen dabei immer im Fokus.

Gesundheit: In Ländern mit geringem oder mittlerem Einkommen haben viele Menschen keinen Zugang zu hochwertigen Gesundheitslösungen. Hier nutzen wir unser Knowhow. Gemeinsam mit starken Partnern entwickeln wir Lösungen für die Menschen vor Ort: zum Beispiel beim Kampf gegen die Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika.

Umwelt: Wir arbeiten fortlaufend daran, die Nachhaltigkeitsbilanz unserer Produkte zu verbessern. Außerdem helfen wir unseren Kunden, ihre selbst gesetzten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Ein Beispiel ist die Entwicklung neuer Flüssigkristalltechnologien: Unsere Flüssigkristalle in Displays von Smartphones und Tablets senken deren Stromverbrauch.

Kultur und Bildung: Kulturelle Angebote inspirieren Menschen und erweitern ihren Horizont. Forschung und Entwicklung auf der ganzen Welt profitieren so von Kreativität, Entdeckergeist und Begeisterungsfähigkeit. Kulturelle Inspiration macht Menschen aber auch offen für Neues – und begünstigt innerhalb der Gesellschaft die Akzeptanz für Wissenschaft, technischen Fortschritt und Innovationen. Deshalb fördern wir weltweit kulturelle Initiativen und Bildungsangebote.

Wir unterstützen relevante Initiativen zur verantwortungsvollen Unternehmensführung: Wir nehmen am „Global Compact“ der Vereinten Nationen teil und bekennen uns zur Einhaltung der darin festgelegten Prinzipien zu Menschenrechten, Arbeitsnormen, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung. Unternehmerische Verantwortung leben wir auch mit der Verpflichtung zur Einhaltung der Leitlinien der „Responsible Care Global Charter“, einer Initiative des internationalen Chemieverbands ICCA (International Council of Chemical Associations). Ihr Ziel ist es, die Leistungen der chemischen Industrie für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit kontinuierlich zu verbessern. Als eines der ersten Unternehmen haben wir 2014 die Neufassung der „Responsible Care Global Charter“ unterzeichnet. Darüber hinaus beteiligen wir uns in Deutschland an der Initiative „Chemie3“ – einer Kooperation des Verbands der chemischen Industrie (VCI), des Arbeitgeberverbands Chemie (BAVC) und der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE). In dieser weltweit einmaligen Kooperation wollen die Partner Nachhaltigkeit als Leitbild innerhalb der Branche verankern und die Position der chemischen Industrie als Schlüsselindustrie der deutschen Wirtschaft für nachhaltige Entwicklung ausbauen.

Unternehmensverantwortung bedeutet für uns, zu handeln und zuzuhören. Der Dialog mit unseren verschiedenen Anspruchsgruppen ist uns deshalb sehr wichtig. Zu diesen zählen beispielsweise Mitarbeiter, Geschäftspartner, die Familie Merck, Investoren, Behörden und Verbände. Durch den kontinuierlichen Austausch wollen wir auch transparent aufzeigen, wie wir unsere Unternehmenswerte leben.

Unsere guten Leistungen bei der Umsetzung von verantwortungsvollem und nachhaltigem unternehmerischen Handeln haben dazu geführt, dass wir auch 2016 im „FTSE4Good“-Index vertreten sind. Die Aufnahme in diesen führenden internationalen Nachhaltigkeitsindex ist abhängig von dem sozialen, ökologischen und ethischen Verhalten eines Unternehmens. Auch in anderen wichtigen Nachhaltigkeitsindizes konnten wir 2016 unsere gute Position behaupten: So wurden wir erneut in den „STOXX Global ESG Leaders“-Index aufgenommen und sind zudem im „Euronext Vigeo Eurozone 120“-Index und im „Ethibel Sustainability“-Index (ESI) Excellence Europe gelistet. Im Herbst 2016 erreichten wir im Good Company Ranking der Unternehmensberatung Kirchhoff Consult unter den DAX-Unternehmen Platz zehn in der Gesamtwertung.

Strategisches Handlungsfeld: Gesundheit

Zugang zu Gesundheit zu schaffen („Access to Health“, A2H) hat für uns strategische Priorität. Mit unserer geschäftsübergreifenden A2H-Strategie wollen wir dazu beitragen, dass unterversorgte Bevölkerungsgruppen und Gemeinden in Ländern niedrigen und mittleren Einkommens besseren und nachhaltigen Zugang zu hochwertigen Gesundheitslösungen erhalten. Es ist uns bewusst, dass dies eine komplexe, vielschichtige Herausforderung ist, für die es keine Universallösung gibt. Unsere Programme und Initiativen sind daher auf globale, regionale und lokale Bedürfnisse ausgerichtet. Wir halten Partnerschaften, Kooperationen und Dialoge für Schlüsselinstrumente um nachhaltige Ergebnisse zu erzielen.

Stefan Oschmann, Vorsitzender der Geschäftsleitung und CEO, fokussierte seine Präsidentschaft der internationalen Vereinigung der Verbände der Pharmahersteller (IFPMA) von 2014 bis Ende 2016 auf das Leitthema „Accelerating Access“ – Beschleunigung des Zugangs zu hochwertigen Gesundheitslösungen für Menschen in Ländern niedrigen bis mittleren Einkommens.

Die niederländische Access to Medicine Foundation würdigte unsere Anstrengungen für mehr Zugang zu Gesundheit im November 2016. Im „Access to Medicine“-Index 2016 belegt Merck Platz vier und hat sich damit um zwei Plätze gegenüber 2014 beziehungsweise um insgesamt 13 gegenüber 2010 verbessert. Der Index bewertet alle zwei Jahre die weltweit wichtigsten Pharmaunternehmen hinsichtlich ihrer Aktivitäten und Initiativen zur Förderung des Zugangs zu Arzneimitteln in Entwicklungsländern. Die Access to Medicine Foundation lobte uns unter anderem für unsere Zugangsziele, die im Einklang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) der Vereinten Nationen stehen. Mit der Platzierung würdigt die Foundation außerdem unsere ins Kerngeschäft integrierte „Access-to-Health“-Strategie. Sie konzentriert sich auf vier Bereiche, die sogenannten 4A: „Availability“ (Verfügbarkeit), „Affordability“ (Bezahlbarkeit), „Awareness“ (Bewusstsein) und „Accessibility“ (Erreichbarkeit). Darüber hinaus lobte die Stiftung zahlreiche unserer Zugangsinitiativen.

Verfügbarkeit

Das Konzept der Verfügbarkeit umfasst die Erforschung, Entwicklung und Verbesserung von Gesundheitslösungen, die ungedecktem medizinischen Bedarf Rechnung tragen und auf die lokalen Gegebenheiten abgestimmt sind. Wir tragen mit unseren Partnern dazu bei, weitverbreitete Krankheiten in Entwicklungsländern zu bekämpfen. Ein Beispiel ist das Pediatric Praziquantel Consortium: Im Rahmen dieser öffentlich-privaten Partnerschaft arbeiten wir an der Entwicklung einer Darreichungsform von Praziquantel zur Behandlung der Wurmkrankheit Bilharziose für Kinder unter sechs Jahren. Im Berichtsjahr hat das Konsortium eine Studie der Phase II in der Elfenbeinküste gestartet. Ziel ist die Erforschung der optimalen Dosierung der neuen Formulierung. Im Oktober 2016 erhielt das Konsortium außerdem bereits zum dritten Mal eines der renommierten Forschungsstipendien des japanischen Global Health Innovation Technology Fund. Ein weiteres Beispiel ist Mercks Partnerschaft mit der gemeinnützigen Forschungsorganisation Medicines for Malaria Venture. Unser Ziel: gemeinsam neue Mittel gegen Malaria entwickeln. Auch unsere im Berichtsjahr gestartete Forschungskooperation mit der Universität von Kapstadt in Südafrika dient diesem Ziel. Unsere Unternehmensbereiche Healthcare und Life Science entwickeln darüber hinaus derzeit ein Diagnosekit für Malaria auf Basis des Zellanalysesystems Muse. Ziele sind zum einen der Nachweis und die Bestimmung des Malariaerregers und zum anderen die Bestimmung relevanter Immunzellen bei einer eventuell gleichzeitig vorliegenden HIV-Infektion. Unser IR3535® kommt in Insektenschutzmitteln zum Einsatz und unterstützt den Schutz vor Infektionen durch Mückenstiche, wie Malaria, Gelbfieber und Zika. Produkte mit diesem Wirkstoff zeichnen sich durch eine besonders gute Verträglichkeit bei Kleinkindern und Schwangeren aus.

Bezahlbarkeit

Wir wollen die Herausforderungen der Bezahlbarkeit mithilfe von Unterstützungsmaßnahmen für diejenigen bewältigen, die nicht in der Lage sind, die benötigten Gesundheitslösungen zu bezahlen. Daher verfolgen wir mit unseren Initiativen zu geistigem Eigentum einen zugangsfördernden Ansatz sowie differenzierte Preisgestaltungsstrategien. Wir informieren transparent über unsere Patente und Patentanmeldungen in öffentlich zugänglichen Datenbanken. Darüber hinaus sind wir Mitglied der offenen Innovationsplattform WIPO Re:Search, die von der Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO) gefördert wird. Durch den Austausch von geistigem Eigentum und Knowhow möchten die Plattformpartner die frühe Wirkstofffindung zur Behandlung von Infektionskrankheiten beschleunigen. Unsere Kooperation mit der University of Buea in Kamerun mit dem Ziel, Substanzen aus unserer Wirkstoffdatenbank für die Entwicklung einer Behandlung gegen Onchozerkose (Flussblindheit) umzuformulieren, erhielt Anfang 2016 ein Forschungsstipendium des renommierten britischen Wellcome Trust. Außerdem bekämpfen wir gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Wurmkrankheit Bilharziose in Afrika. Wir spenden der WHO Cesol®-600-Tabletten mit dem Wirkstoff Praziquantel. Seit dem Start des Programms sind bereits mehr als 100 Mio. Patienten, vornehmlich Schulkinder, behandelt worden. Insgesamt haben wir der WHO seit 2007 über 500 Mio. Praziquantel-Tabletten zur Verfügung gestellt. Als Gründungsmitglied der Global Schistosomiasis Alliance tragen wir dazu bei, Bilharziose weltweit auszurotten.

Bewusstsein

Wir tragen zur Bewusstseinsbildung bei, indem wir Gesundheitspersonal, Gemeinden und Patienten mit geeigneten Werkzeugen, Knowhow und Informationen dabei helfen, informierte Entscheidungen zu treffen. So unterstützen wir beispielsweise seit dem Jahr 2012 das Netzwerk der Impfstoffhersteller in Entwicklungsländern (Developing Countries Vaccine Manufacturers Network, DCVMN), um Sicherheit und Qualität in der Biotech-Produktion zu verbessern. Mit unserer Dialogserie „Access Dialogues“ fördern wir den Austausch mit zahlreichen öffentlichen und privaten Stakeholdern zu Zugang zu Gesundheit. 2016 stand hierbei das Thema Lieferkette im Mittelpunkt. In Indien unterstützen wir gemeinsam mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen und dem indischen Gesundheits- und Familienministerium das Su-Swastha-Projekt. Ziele sind die Versorgung der unterversorgten ländlichen Bevölkerung mit bezahlbaren Gesundheitslösungen und Aufklärung zu Gesundheitsthemen. Im Berichtsjahr konnten mit 1.238 Gemeindetreffen insgesamt 26.129 Menschen erreicht werden. Der von Merck getragene gemeinnützige Verein „Global Pharma Health Fund (GPHF)“ bekämpft Arzneimittelfälschungen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Bisher hat der GPHF 795 sogenannte Minilabs zum Aufdecken von Arzneimittelfälschungen in über 90 Ländern zum Selbstkostenpreis ausgeliefert. Darüber hinaus wollen wir in Entwicklungsländern mit dem „Capacity Advancement Program (CAP)“ die Aufklärungsarbeit und Prävention zu nichtübertragbaren Krankheiten wie Diabetes und Krebs stärken sowie zur Fertilitätstherapie aufklären.

Erreichbarkeit

Wir fördern Initiativen zur Stärkung der Lieferketten und die Entwicklung von an die lokalen Verhältnisse angepassten Gesundheitslösungen, um eine effektive, patientennahe Versorgung sicherzustellen. Wir unterstützen Schulungen und die Weitergabe von Fachwissen an unsere Produktionspartner in Afrika, Asien und Lateinamerika, um die Qualitätsstandards der Produktion vor Ort zu verbessern. In Indien kooperieren wir mit der Non-Profit-Organisation Narmada Samagra. Unsere sogenannte River Ambulance unterstützt die Menschen in der entlegenen Region entlang des Narmada-Flusses mit medizinischem Personal und Gesundheitslösungen. Anfang 2016 spendeten wir River Narmada Samagra ein neues Boot, damit zukünftig noch mehr Menschen erreicht werden können. In der Region Jharkhand im Nordosten Indiens finanzieren wir darüber hinaus ein Gesundheitszentrum, das monatlich etwa 150 Patienten besuchen.

Strategisches Handlungsfeld: Umwelt

Wir leisten mit unseren Produkten einen Beitrag zur Bewältigung globaler Herausforderungen wie Klimaschutz oder Ressourcenknappheit. Zugleich unterstützen wir unsere Kunden darin, die negativen Auswirkungen ihrer eigenen Tätigkeit zu reduzieren und ihre eigenen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen.

Performance Materials: Investitionen für mehr Nachhaltigkeit

Unser Unternehmensbereich Performance Materials hat im Berichtsjahr kräftig investiert: Im August 2016 gaben wir bekannt, dass wir 15 Mio. € in den Bau einer Produktionsanlage für Flüssigkristallfenster-Module investieren werden, die in Veldhoven in den Niederlanden errichtet wird. So wollen wir unsere Markt- und Technologieführerschaft bei Flüssigkristallen über den Einsatz in energiesparenden Displays hinaus nutzen. Die Herstellung der schaltbaren Glasmodule soll Ende 2017 beginnen. Mit unseren intelligenten Fenstern können wir den Energiebedarf von klimatisierten Gebäuden laut ersten Messungen um bis zu 40 % reduzieren und konventionelle Verschattungsmethoden ersetzen. So helfen wir Bauherren, Ressourcen und Kosten zu sparen. Die Idee dahinter: „Auf Knopfdruck“ oder automatisch lassen sich Fenster verdunkeln, um vor Sonnenlicht zu schützen – und das in verschiedenen Farbvariationen. Diese Funktion ermöglichen die besonderen Fähigkeiten unserer Flüssigkristalle. In Kombination mit maßgeschneiderten Farbstoffen absorbieren und blockieren die Flüssigkristalle (dunkler Zustand) elektromagnetische Wellen – also auch Licht – entweder, wenn man eine geringe elektrische Spannung anlegt, oder sie lassen sie passieren (transparenter Zustand). Eine andere Variante der Flüssigkristallfenster kann die Art und Weise, wie Licht durchscheint, regulieren: Wird mehr Privatsphäre gewünscht, lässt sich das Glas, im sogenannten Privacy-Modus, milchig einstellen. Anders als Wettbewerbstechnologien schalten unsere langlebigen Licrivision®-Materialien in Sekundenschnelle und sind sehr farbneutral. Architekten und Bauherren können die gewünschte Farbe genau an das Umfeld anpassen.

Darüber hinaus haben wir im September 2016 an unserem Standort Darmstadt eine neue Produktionsanlage für OLED-Materialien eröffnet. Mit einer Investitionssumme von rund 30 Mio. € ist die Anlage eine der größten Einzelinvestitionen, die wir in den vergangenen Jahren am Standort Darmstadt getätigt haben. Organische Leuchtdioden (kurz: OLED) sind halbleitende, organische Materialien, die unter elektrischer Spannung leuchten. Sie eignen sich besonders für den Einsatz in modernsten Displays und Beleuchtungen. OLED-Displays bestechen durch brillante Farben und scharfe Bilder von jedem Blickpunkt aus und sind sehr energieeffizient. Zudem sind sie dünn und flexibel. Sie ermöglichen völlig neue Formen und Anwendungen, das Spektrum ist vielfältig.

Für die Halbleiterindustrie haben wir eine Reihe von umweltfreundlichen Spezialchemikalien und Materialien entwickelt – unter anderem PFOS-freie Antireflexbeschichtungen und Photoresist-Lacke, die keine Spuren gefährlicher Chemikalien enthalten.

Im Dialog mit unseren Kunden der Kosmetikindustrie entwickeln wir unter anderem Kosmetikformulierungen, die strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen und zum anhaltenden Trend natürlicher Kosmetik passen. Viele unserer Produkte entsprechen auch den Kriterien von Ecocert, einer unabhängigen Organisation, die für hohe internationale Standards für natürliche Kosmetikrohstoffe steht.

Life Science: Umweltauswirkungen beim Kunden verringern

Das Programm „Design for Sustainability“ (DfS) unseres Unternehmensbereichs Life Science zielt darauf ab, Umweltauswirkungen von Geräten und Instrumenten, auch bei der Nutzung durch die Kunden, zu reduzieren. Bereits in der Konzeptionsphase identifizieren Produktteams mögliche Auswirkungen der Produkte auf die Umwelt in verschiedenen Produktlebensphasen sowie Potenziale zur Verbesserung dieser Auswirkungen. Mithilfe einer Scorecard bewerten sie das Produktdesign in sechs Hauptkategorien: Materialien, Energie und Emissionen, Abfall, Wasser, Verpackung sowie Einsatzfähigkeit und Innovation. Zum 31. Dezember 2016 haben wir bei bisher 32 % unserer neuen Biomonitoring-Produktentwicklungen beziehungsweise Produktweiterentwicklungen mindestens drei der von uns definierten Nachhaltigkeitskriterien verbessern können.

In der biopharmazeutischen Produktion kommt eine Vielzahl an Produkten wie Plastikbeutel oder Schläuche zum Einsatz, die nur einmal benutzt und dann entsorgt werden. Hintergrund ist unter anderem das geringe Kontaminierungsrisiko von Einwegprodukten. Gemeinsam mit Kunden und Wiederverwertungsunternehmen entwickelt Life Science nachhaltige Recycling-Programme. Unser Ziel: Abfallprodukte nicht verbrennen, sondern wiederverwerten und so Umweltauswirkungen verringern.

Darüber hinaus entwickeln unsere Life-Science-Forscher innovative Lösungen im Sinne der zwölf Prinzipien der „Grünen Chemie“ der Chemiker Dr. Paul T. Anastas und Dr. John C. Warner. Das Ziel: eine möglichst umweltverträgliche Produktion und eine Minimierung der negativen Einflüsse auf die menschliche Gesundheit. So suchen Forscher beispielsweise nach alternativen, umweltfreundlichen Reaktionsmedien mit höheren Reaktionsgeschwindigkeiten und niedrigeren Reaktionstemperaturen, um die Produktion energieeffizienter zu gestalten. Mit Dozn® haben wir ein webbasiertes Analysewerkzeug für „Grüne Chemie“ entwickelt. Bisher haben wir mehr als 40 Produkte anhand der Matrix bewertet und anschließend verbessert.

Im Berichtsjahr haben wir CyreneTM auf den Markt gebracht. Das Lösungsmittel basiert auf erneuerbarer Cellulose und kommt unter anderem als Alternative zu Dimethylformamid zum Einsatz. Mit CyreneTM helfen wir unseren Kunden in der pharmazeutischen und agrochemischen Industrie ihre Produktionsprozess umweltfreundlicher und sicherer zu gestalten. Gemeinsame Forschungsarbeiten mit der University of Strathclyde in Glasgow, Vereinigtes Königreich, belegen die Wirksamkeit von CyreneTM.

Strategisches Handlungsfeld: Kultur und Bildung

Kulturförderung ist ein Schwerpunkt unseres gesellschaftlichen Engagements. Hiermit knüpfen wir an unsere jahrhundertelang geübte Tradition an, uns für Kunst und Kultur zu engagieren. Denn kulturelles Erleben fördert Eigenschaften, die für unsere Geschäftstätigkeit als Hightech-Unternehmen unabdingbar sind: Kreativität, Entdeckerfreude und Neugier sowie Mut, Grenzen zu durchbrechen. Schwerpunkte unseres kulturellen Engagements sind Musik, Literatur und Bildung.

Deutsche Philharmonie Merck

Die Deutsche Philharmonie Merck ist unser musikalischer Botschafter. Klassische Musik betrachten wir als völkerverbindende Universalsprache und wichtigen Teil unserer Kultur. Die Konzerte dieses professionellen Ensembles erfreuen sich mit jährlich rund 23.000 Besuchern einer großen Beliebtheit und sind ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens im Umfeld unserer Unternehmenszentrale in Darmstadt. Spezielle Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche sowie die Zusammenarbeit mit Schulen, beispielsweise bei der seit 2010 jährlich abgehaltenen Orchesterwerkstatt, sollen jungen Menschen einen Zugang zur klassischen Musik ermöglichen. Im Berichtsjahr feierte die Philharmonie ihren 50. Geburtstag und konzertierte unter anderem gemeinsam mit der Münchner HipHop-Formation Einshoch6 in der Frankfurter Jahrhunderthalle.

Literaturförderung

Literatur kann die Phantasie beflügeln, Ängste abbauen und Mut machen. Literatur kann zudem wissenschaftliche Themen aufgreifen und so zu einem tieferen Verständnis von Wissenschaft und Forschung verhelfen. Mit unserem Engagement wollen wir dazu beitragen, dass die Gesellschaft Wissenschaft und Fortschritt stärker akzeptiert. Des Weiteren fördern wir als internationales Unternehmen Autoren, die den kulturellen Austausch in unserer globalisierten Welt stärken.

Weltweit vergeben und unterstützen wir fünf Literaturpreise: Seit 1964 stiften wir den renommierten Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay, den die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung auf ihrer jährlichen Herbsttagung verleiht. Die mit 20.000 € dotierte Auszeichnung ging 2016 an die Schriftstellerin und Bloggerin Kathrin Passig. Seit vierzehn Jahren stiftet Merck den mit je 10.000 € dotierten „Premio Letterario Merck“ in Italien für Autoren, die sich in verständlicher Weise mit der Beziehung zwischen Literatur und Wissenschaft auseinandersetzen. Preisträger 2016 waren der italienische Immunologe Alberto Mantovani und die englische Autorin, Historikerin und Naturforscherin Helen Macdonald. In Indien vergibt Merck gemeinsam mit dem Goethe-Institut alle zwei Jahre den mit 500.000 indischen Rupien (rund 6.800 €) dotierten Merck-Tagore-Literaturpreis an Autoren, die in besonderer Weise zum kulturellen Austausch zwischen Deutschland und Indien beitragen. Der Psychoanalytiker und Schriftsteller Sudhir Kakar erhielt die Auszeichnung im Jahr 2016. In Japan verleihen wir ebenfalls alle zwei Jahre gemeinsam mit dem Goethe-Institut den mit insgesamt 20.000 € dotierten Merck-Kakehashi-Literaturpreis, um deutschsprachige Gegenwartsliteratur einer breiteren Leserschaft zugänglich zu machen. Im Berichtsjahr ging der Preis an die Schriftstellerin Ilma Rakusa und ihren Übersetzer Fuminari Niimoto. Im September 2016 vergab Merck in Russland erstmals den mit jeweils 4.000 € dotierten Merck-Übersetzerpreis an Vladislava Agafonova (Belletristik), Kirill Levinson (Sachbuch) und Alexandra Gorbova (Kinder- und Jugendbuch).

Bildung

Bildung ist für uns ein Schlüsselelement von Kultur – und umgekehrt. Bildung kann uns dabei helfen, Kultur zu verstehen. Kultur kann aber auch einen Zugang zu Bildung schaffen, kann Neugier und Kreativität fördern. Deshalb unterstützen wir an vielen unserer Standorte Bildungsprojekte und vergeben beispielsweise Stipendien oder fördern ausgewählte Unterrichtseinheiten. Um den naturwissenschaftlichen Nachwuchs zu stärken, richtet Merck in Deutschland unter anderem seit 1996 als Pate von „Jugend forscht“ jedes Jahr den Landeswettbewerb des bekannten Nachwuchswettbewerbs für Hessen aus. Gemeinsam mit der Technischen Universität Darmstadt haben wir im Herbst 2016 das Juniorlabor Biologie eröffnet.

Anfang 2016 startete das Programm SPARK: Es motiviert Mitarbeiter aus dem Unternehmensbereich Life Science dazu, ihr Wissen ehrenamtlich an Schüler weiterzugeben. Im Februar und März 2016 ermöglichten erstmals 3.465 Mitarbeiter Schülern in 36 Ländern beispielsweise spannende Einblicke in die Welt der Naturwissenschaften.

Verantwortung für unsere Produkte

Es liegt im Kern unserer unternehmerischen Verantwortung, dass unsere Produkte sicher sind. Bei sachgerechter Anwendung dürfen von ihnen keine Risiken für Kunden, Patienten, Konsumenten und die Umwelt ausgehen. Wir sind bestrebt, ein vorteilhaftes Nutzen-Risiko-Profil unserer Produkte zu gewährleisten. Deshalb untersuchen wir regelmäßig die Sicherheit im gesamten Produktlebenszyklus und ergreifen kontinuierlich Maßnahmen, um Risiken zu minimieren. Patienten, Konsumenten und Kunden stellen wir aussagefähiges Informationsmaterial zur Verfügung, damit sie unsere Produkte verantwortungsvoll, sicher und sachgerecht nutzen können.

Mit unseren „Compliance Policies“ für die Geschäfte Biopharma und Consumer Health setzen wir Standards für verantwortungsvolle Marketingaktivitäten für unsere Arzneimittel. Damit wollen wir sicherstellen, dass Patienten und medizinisches Fachpersonal Zugang zu relevanten Informationen haben und Patienten eine wirksame Behandlung erhalten.

Sicherheit unserer chemischen Produkte

Zahlreiche Regularien sollen sicherstellen, dass von Chemikalien keine Risiken für Mensch und Umwelt ausgehen. Die Einhaltung dieser regulatorischen Anforderungen ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit. Mit der konzernweit gültigen Richtlinie „Product Safety Chemicals“ haben wir globale Prozesse zu Definition, Steuerung und Umsetzung von Produktsicherheit eingeführt und die entsprechenden Managementstrukturen etabliert. Bei unseren Regelwerken berücksichtigen und befolgen wir sämtliche relevanten internationalen und nationalen Rechtsnormen. Dazu gehören beispielsweise die EU-Verordnungen REACH („Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals“) und CLP („Classification, Labelling and Packaging of Substances and Mixtures“, EU GHS). Darüber hinaus engagieren wir uns für Transparenz und stellen beispielsweise im Rahmen der „Global Product Strategy“, einer internationalen Initiative der Chemiebranche, sogenannte Product Safety Summaries für Gefahrstoffe zur Verfügung.

Wir arbeiten daran, alle unsere chemischen Stoffe bei REACH zu registrieren. Die Registrierphasen I und II haben wir in den Jahren 2010 beziehungsweise 2013 erfolgreich abgeschlossen. Nun müssen wir im nächsten Schritt in Phase III bis Anfang Juni 2018 alle Stoffe mit einer Produktions- oder Importmenge von einer bis 100 Tonnen jährlich bewerten und registrieren. Dieser Prozess umfasst nun auch die Stoffe von Sigma-Aldrich und liegt vollständig im Zeitplan.

Sicherheit unserer Healthcare-Produkte

Die Sicherheit der Patienten und Konsumenten steht bei allem, was wir tun, an erster Stelle. Wir stellen Patienten, Konsumenten und Ärzten während des gesamten Lebenszyklus unserer Arzneimittel und Consumer-Health-Produkte aktuelle Nutzen-Risiko-Bewertungen zur Verfügung. Unsere Experten verarbeiten hierfür sicherheitsrelevante Informationen aus unterschiedlichen Quellen, wie klinischen Studien, Meldungen über Nebenwirkungen und wissenschaftlicher Literatur. Unser Global Chief Medical Officer, unterstützt vom „Medical Safety and Ethics Board“ (MSEB), trägt die oberste Verantwortung für die Arzneimittelsicherheit unserer biopharmazeutischen Arzneimittel. Die Einheit „Global Drug Safety“ überwacht und bewertet weltweit und kontinuierlich deren Sicherheit und Nutzen-Risiko-Verhältnis (Pharmakovigilanz). Für unsere Consumer-Health-Produkte übernimmt die Einheit „Global Product Safety“ diese Aufgabe. Die Gesamtverantwortung für die Sicherheit unserer Selbstmedikationsprodukte trägt der Chief Medical Officer für das Consumer-Health-Geschäft, unterstützt vom „Safety & Labelling Committee“ (SLC).

Für die Produkte unseres Allergopharma-Geschäfts haben wir umfassende klinische Wirksamkeits- und Sicherheitsprofile entwickelt, die wir kontinuierlich aktualisieren. Für die Sicherheit unserer Patienten haben wir ein weltweites Pharmakovigilanz-System etabliert, das wir stetig weiterentwickeln.

Qualität unserer Produkte

Unser Ziel ist es, Kunden und Patienten zu jeder Zeit hochwertige Originalprodukte zur Verfügung zu stellen. Mit unserer Qualitätsvision „Qualität ist eingebettet in alles, was wir tun!“ erinnern wir unsere Mitarbeiter an ihre Verantwortung – und zwar in allen Geschäften, allen Konzernfunktionen und auf allen Hierarchiestufen.

Lieferantenmanagement

Wir kaufen Rohstoffe, Verpackungsmittel, technische Produkte, Komponenten und Dienstleistungen aus über 130 Ländern ein. Zu unseren grundsätzlichen Erwartungen an unsere Lieferanten und Dienstleister gehört, dass sie elementare Umwelt- und Sozialstandards einhalten. Sie leiten sich im Wesentlichen aus den Kernarbeitsnormen der ILO (International Labour Organisation), dem „UN Global Compact“ und dem Verhaltenskodex des BME (Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik e. V.) ab. Unsere Grundsätze zu verantwortungsvoller Beschaffung haben wir in unserer Einkaufsrichtlinie und unseren „Responsible Sourcing Principles“ verankert und in unsere allgemeinen Geschäftsbedingungen integriert. Sie bilden damit die Grundlage jedes Beschaffungsvorgangs. Aufgrund der wachsenden Bedeutung der Emerging Markets als Beschaffungsmärkte für Merck haben wir unsere Anstrengungen zur Sicherstellung unserer Lieferkettenstandards hier weiter verstärkt. Wir sind seit Ende 2014 Mitglied der Industrieinitiative „Together for Sustainability“ (TfS) und können seitdem die Ergebnisse von Lieferantenbewertungen und -audits gemeinsam mit anderen Mitgliedsunternehmen unter Einhaltung aller wettbewerbsrechtlichen Beschränkungen nutzen. Über TfS haben wir bisher Zugriff auf Bewertungen für mehr als 670 unserer wichtigsten Lieferanten. Rund 400 davon wurden aufgrund unserer Initiative seit 2015 erstmals generiert. Darüber hinaus haben wir seit dem Jahr 2014 26 TfS-Audits initiiert.

Verantwortung für unsere Mitarbeiter

Die Mitarbeiter sind für ein Unternehmen die Grundlage des Erfolgs. Sie nehmen in unserem unternehmerischen Handeln dementsprechend eine zentrale Rolle ein. Gemäß unseren Unternehmenswerten leben wir bei Merck eine Kultur der gegenseitigen Wertschätzung und des Respekts. Wir wollen zum Unternehmenserfolg beitragen, indem wir die am besten geeigneten Mitarbeiter einstellen, fördern und motivieren. Einen strategischen Schwerpunkt legen wir daher auf die Themen Talententwicklung, Vergütung und Leistungsmanagement. Darüber hinaus wollen wir die Vielfalt unter unseren Mitarbeitern fördern (mehr Informationen hierzu im Kapitel „Menschen bei Merck“).

Verantwortung für die Umwelt

Wir wollen bei der Herstellung unserer Produkte die Umwelt möglichst wenig beeinflussen. Dazu gehört insbesondere, dass wir Ressourcen wie Energie, Wasser und Rohstoffe sparsam sowie effizient einsetzen und Emissionen sowie Abfälle kontinuierlich verringern.

Umweltmanagementsystem

In der konzernweit gültigen „Corporate EHS Policy“ haben wir unsere Grundsätze und Strategien für Umweltschutz (Environment), Gesundheit (Health) und Sicherheit (Safety) festgelegt. Die EHS Policy wird durch interne Richtlinien und konkrete Handlungsanweisungen für den Alltag konkretisiert, wie zum Beispiel das „Merck Group EHS Security and Quality Manual“. An allen Standorten sind lokale EHS-Manager für den operativen Umweltschutz zuständig. Diese Mitarbeiter werden kontinuierlich geschult und weiterqualifiziert. Da sich unser Geschäft fortlaufend verändert, muss auch unser Umweltmanagement ein flexibles System bleiben. Deshalb lassen wir durch regelmäßige externe wie interne Audits bestätigen, dass es weiterhin den Ansprüchen der ISO-Norm 14001 gerecht wird. 2016 haben wir im achten Jahr in Folge das Gruppenzertifikat für das Umweltmanagementsystem nach diesem internationalen Standard erhalten. Es umfasst 57 Standorte. Sieben Standorte des neu übernommenen Unternehmens Sigma-Aldrich sind auch bereits nach der ISO-Norm 14001 zertifiziert. Die Aufwendungen für Umweltschutz, Gesundheit und Sicherheit beliefen sich im Jahr 2016 auf insgesamt 189 Mio. €. Darin enthalten sind auch im Berichtsjahr getätigte Investitionen.

Schwerpunktthemen: Energieeffizienz, Treibhausgas-Emissionen, Wasser

Klimaschutz und Ressourcenknappheit sind zentrale gesellschaftliche Herausforderungen im 21. Jahrhundert. Als verantwortungsvolles Unternehmen ist es für uns selbstverständlich, unseren Beitrag zu leisten. Deshalb haben wir uns zum Ziel gesetzt, die gesamten direkten und indirekten Treibhausgas-Emissionen bis 2020 um 20 % zu senken – gemessen am Stand von 2006 und unabhängig vom Produktionswachstum. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir das Klimaschutzprogramm Edison gestartet. Es bündelt alle unsere Aktivitäten zu den Themen Klimaschutz und Energieeffizienz. Auch 2017 werden wir wieder in Maßnahmen zur Energieeinsparung und Treibhausgas-Reduktion investieren. Mit den zirka 270 Edison-Maßnahmen, die seit 2012 angestoßen wurden, wollen wir mittelfristig rund 94 Kilotonnen co2 jährlich einsparen. Insgesamt konnten wir im Jahr 2016 unsere Treibhausgas-Emissionen im Vergleich zu 2006, trotz Wachstum des operativen Geschäfts, um rund 10 % senken. Einen wichtigen Beitrag leistet der Unternehmensbereich Life Science: An unserem Standort Jaffrey, New Hampshire, USA, haben wir bereits 2014 die prozessbedingten Emissionen pro Produktionseinheit durch Prozessoptimierungen um rund zwei Drittel reduziert. Im Jahr 2015 haben wir ein Projekt gestartet, um hier noch weitere Einsparungen zu erreichen. Dieses Projekt wird voraussichtlich im Jahr 2017 beendet, weitere Projekte sind in Planung. Auch an unserem Standort Onahama haben wir im Berichtsjahr erfolgreich Maßnahmen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und Energieverbrauch abgeschlossen. Der japanische Standort hat einen der höchsten Energieverbräuche aller Merck-Standorte weltweit – bedingt durch die Pigmentproduktion. Daher haben wir dort die Prozessdampferzeugung für die Produktion auf Erdgasfeuerung und die Befeuerung der Pigmentöfen auf Erdgas umgestellt. Dank dieser Maßnahmen sparen wir insgesamt rund 3.200 Tonnen co2-Ausstoß pro Jahr.

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Energieverbrauch1

(in GWh) 2012 2013 2014 2015 2016
Gesamter Energieverbrauch 2.058 2.108 2.158 2.256 2.253
Direkter Energieverbrauch 1.187 1.286 1.354 1.451 1.443
Gas 1.070 1.157 1.212 1.212 1.272
Flüssige fossile Brennstoffe 104 114 115 104 30
Biomasse und selbsterzeugte erneuerbare Energie 13 15 27 135 141
Indirekter Energieverbrauch 871 822 804 805 810
Elektrizität 744 743 707 709 715
Dampf, Wärme, Kälte 127 79 97 96 95
1
Portfoliobereinigt in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas Protocol.
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CO2-äq-Emissionen (äq = Äquivalente)1

Emissionen in kt, Scope 1 und 2 2012 2013 2014 2015 2016
Gesamte CO2äq-Emissionen 761 784 736 729 715
Direkte CO2äq-Emissionen 379 417 390 393 386
Indirekte CO2äq-Emissionen 382 367 346 336 329
1
Portfoliobereinigt in Übereinstimmung mit dem Greenhouse Gas Protocol.

Das Energiemanagement ist ein wichtiger Baustein für nachhaltige Energieeffizienz und Klimaschutz. Die beiden Produktionsstandorte Darmstadt und Gernsheim sind für rund 29 % des weltweiten Energieverbrauchs bei Merck verantwortlich. 2012 haben diese beiden Standorte das ISO-50001-Zertifikat „Energiemanagementsysteme“ erhalten. Die Zertifizierung wurde im Jahr 2016 bestätigt. Derzeit haben 13 unserer Produktionsstandorte ein zertifiziertes Energiemanagementsystem. Dass wir auf dem richtigen Weg sind, zeigt sich auch an den Ergebnissen des „Carbon Disclosure Project“. Laut den Ergebnissen der unabhängigen Non-Profit-Organisation zählten wir im Berichtsjahr zu den Top-fünf-Unternehmen unserer Branche im deutschsprachigen Raum. Wir erreichten erstmals den Status eines „Sector Leader“ und verbesserten uns mit Platz vier im Vergleich zum Vorjahr um zwei Plätze. Das „Carbon Disclosure Project“ bewertet Unternehmen in ihren Leistungen zur Emissionsreduzierung und zur Klimaberichterstattung.

Außer auf das Thema Energie richteten wir den Fokus im Jahr 2016 auch auf das Thema Wasser. Wir haben systematisch geprüft, welche unserer Standorte einen hohen jährlichen Wasserverbrauch haben und in Regionen liegen, in denen Wasser knapp und daher ein besonders kostbares Gut ist. Anfang 2016 haben wir uns das Ziel gesetzt, an Standorten mit hohem Verbrauch bis 2020 ein nachhaltiges Wassermanagementsystem einzuführen. An Standorten mit relevantem Wasserverbrauch in Wasserstressgebieten wollen wir zudem unseren Wasserverbrauch im Vergleich zu 2014 bis 2020 um 10 % reduzieren.

Verantwortung für die Gesellschaft

Wir verstehen uns als Teil der Gesellschaft, an den einzelnen Standorten sowie global. Gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen ist Teil unseres unternehmerischen Selbstverständnisses. Wir sind davon überzeugt, dass wir mit unserem Wissen, unseren Fähigkeiten und unseren Produkten einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leisten können.

Unser gesellschaftliches Engagement setzt hauptsächlich dort an, wo wir aufgrund unseres Kerngeschäfts besondere Problemlösungskompetenz besitzen. So engagieren wir uns in Gesundheits- und Umweltprojekten und fördern Bildung, speziell im Bereich der Naturwissenschaften. In Notsituationen leisten wir Katastrophenhilfe – vor allem in Regionen, in denen wir auch geschäftlich tätig sind.

Unsere Landesgesellschaften engagieren sich in einer Vielzahl an lokalen Projekten. Merck hat übergeordnete Kriterien für die Projektauswahl definiert, die Entscheidung für bestimmte Projekte liegt bei unseren Gesellschaften vor Ort. Insgesamt haben wir im Jahr 2016 für das gesellschaftliche Engagement rund 43 Mio. € aufgewendet. Unsere Programme zur Patientenunterstützung, wie beispielsweise das Erbitux® China Patients Assistance Program in Höhe von rund 153 Mio. €, berücksichtigen wir hierbei nicht mehr.