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Grundlagen des Konzerns

Merck

Wir sind ein global tätiges Wissenschafts- und Technologieunternehmen mit Sitz in Darmstadt. Mit einer fast 350-jährigen Geschichte sind wir das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt. Entsprechend unserer strategischen Ausrichtung gliedert sich Merck in die drei Unternehmensbereiche Healthcare, Life Science und Performance Materials, in denen die sechs Geschäfte des Konzerns zusammengefasst sind.

Bei Healthcare erforschen, entwickeln und produzieren wir verschreibungspflichtige Arzneimittel unter anderem zur Behandlung von Krebs, Multipler Sklerose und Unfruchtbarkeit sowie rezeptfreie Produkte gegen Erkältungen und Schmerzen – unsere Arbeit verändert das Leben von Millionen von Menschen.

Im Bereich Life Science forschen wir für Forscher und statten Wissenschaftler mit Labormaterialien, Technologien und Dienstleistungen aus – damit Forschung und Biotech-Produktion einfacher, schneller und erfolgreicher werden.

Performance Materials entwickelt Spezialchemikalien für besondere Ansprüche – von Flüssigkristallen und OLED-Materialien für Displays über Effektpigmente für Lacke und Kosmetik bis hin zu Hightech-Materialien für die Herstellung integrierter Schaltkreise.

Wir haben die weltweiten Rechte an dem Namen und der Marke Merck. Ausnahmen bestehen lediglich in Kanada und den USA. Hier sind wir im Biopharma-Geschäft als EMD Serono, im Life-Science-Geschäft – nach der erfolgten Übernahme von Sigma-Aldrich – als MilliporeSigma und im Materialgeschäft als EMD Performance Materials tätig.

In unserem Reporting weisen wir neben unseren drei Unternehmensbereichen die fünf Regionen Europa, Nordamerika, Asien-Pazifik (APAC), Lateinamerika sowie Mittlerer Osten und Afrika (MEA) aus. Zum 31. Dezember 2016 beschäftigten wir weltweit 50.414 Mitarbeiter – gegenüber 49.613 Mitarbeitern am 31. Dezember 2015.

Healthcare

Unser Unternehmensbereich Healthcare umfasst die vier Geschäfte Biopharma, Consumer Health, Biosimilars und Allergopharma. Seit 2015 ist Belén Garijo als Mitglied der Geschäftsleitung für den Unternehmensbereich Healthcare verantwortlich. Im Geschäftsjahr 2016 generierte Healthcare 45 % des Konzernumsatzes und 43 % des EBITDA vor Sondereinflüssen (ohne Konzernkosten und Sonstiges), womit er der größte unserer drei Unternehmensbereiche ist. Die Regionen Europa und Nordamerika trugen 2016 60 % zu den Umsatzerlösen von Healthcare bei. In den vergangenen Jahren haben wir unsere Präsenz in den Wachstumsmärkten stetig weiter ausgebaut. Im Geschäftsjahr 2016 trugen die Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika 33 % zu den Umsatzerlösen bei.

Biopharma

In unserem Biopharma-Geschäft erforschen, entwickeln, produzieren und vermarkten wir innovative verschreibungspflichtige Arzneimittel und Biopharmazeutika zur Behandlung von Krebserkrankungen, Multipler Sklerose, Unfruchtbarkeit, Wachstumsstörungen sowie bestimmten Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen. Biopharma ist unser größtes Geschäft innerhalb von Healthcare. Hier sind wir in vier Geschäftseinheiten tätig: Onkologie, Neurologie & Immunologie, Fertilität sowie General Medicine & Endokrinologie. Mit unserer gestrafften Forschungs- und Entwicklungspipeline verfolgen wir eine klare Fokussierung: Wir wollen ein führender Anbieter wissenschaftlich basierter Innovationen in den Bereichen Onkologie, Immunonkologie und Immunologie einschließlich Multipler Sklerose werden.

2016 haben wir mit der Vorbereitung der potenziellen Markteinführung von Cladribin-Tabletten unser Engagement für den Ausbau unserer Immunologiepipeline bekräftigt. Mit neuen Therapieoptionen wollen wir das Leben der Menschen mit Immunkrankheiten verbessern. Dabei haben wir große Meilensteine erreicht und waren auf renommierten internationalen Fachtagungen einschlägig vertreten.

Neue Daten zu Rebif®, dem umsatzstärksten Produkt von Biopharma und führenden Medikament zur Behandlung von Multipler Sklerose (MS), und dem Prüfpräparat Cladribin-Tabletten wurden sowohl auf der Jahrestagung 2016 der American Academy of Neurology (AAN) im April als auch auf dem Kongress der European Academy of Neurology (EAN) im Mai vorgestellt. Außerdem wurden Ergebnisse von mehr als 30 klinischen Studien auf der 32. Jahrestagung des European Committee for Treatment and Research in Multiple Sclerosis (ECTRIMS), der weltgrößten internationalen MS-Konferenz, in London veröffentlicht.

Im Juni 2016 erreichten wir mit der Einreichung unseres Antrags auf Marktzulassung für Cladribin-Tabletten bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) einen bedeutenden regulatorischen Meilenstein. Wir sind davon überzeugt, dass Cladribin-Tabletten im Fall der Zulassung über die selektive Modulierung von B- und T-Zellen und die daraus resultierende dauerhafte Unterdrückung von Entzündungsaktivitäten eine lang anhaltende hohe Wirksamkeit bieten können. Die zusätzlichen Daten, die wir über die vergangenen vier Jahre erhoben haben, ermöglichen eine bessere Charakterisierung des Sicherheits- und Verträglichkeitsprofils, das kombiniert mit der Eigenschaft als einzigartige orale Kurzzeittherapie Patienten mit schubförmig-remittierender MS (RRMS) einen bedeutenden Therapiefortschritt bieten wird.

Im Juli 2016 haben wir mitgeteilt, dass die EMA unseren Antrag auf Marktzulassung für das Prüfpräparat Cladribin-Tabletten zur Behandlung von RRMS zur Prüfung angenommen hat.

Außerdem stellten wir im November auf der gemeinsamen Jahrestagung 2016 des American College of Rheumatology und der Association of Rheumatology Health Professionals (ACR/ARHP) Daten zu Atacicept vor, unserem Prüfpräparat zur Behandlung von systemischem Lupus erythematodes (SLE). Auch wenn in der multizentrischen Phase-IIb-Studie ADDRESS II zu Atacicept bei Patienten mit SLE der primäre Endpunkt in der Gesamtpopulation der Studienteilnehmer nicht erreicht wurde, zeichnete sich ein Trend zugunsten von Atacicept ab: In einer vorher festgelegten Sensitivitätsanalyse des primären Endpunkts unter Verwendung von Behandlungstag 1 als Baseline-Wert (anstatt der Screening-Visite) wurde eine statistische Signifikanz erreicht. Zudem belegten Auswertungen einer vorher festgelegten Untergruppe von Patienten mit hoher Krankheitsaktivität statistisch signifikante Behandlungseffekte von Atacicept gegenüber Placebo.

Erbitux® (Cetuximab) ist, am Umsatz gemessen, weiterhin das zweitstärkste Produkt im Portfolio von Biopharma und unser Hauptprodukt im Bereich Onkologie. Das Medikament wird als Standardbehandlung bei Patienten mit metastasiertem, EGFR (epidermaler Wachstumsfaktorrezeptor) exprimierendem Kolorektalkarzinom (mCRC) vom RAS-Wildtyp sowie rezidivierenden / metastasierten oder lokal fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinomen des Kopfes und Halses (SCCHN) eingesetzt.

Wir investieren weiterhin in Erbitux® und setzen uns dafür ein, dass das Medikament denjenigen Patienten zur Verfügung steht, die am meisten davon profitieren werden. Im April 2016 haben wir mit den positiven Ergebnissen der zulassungsrelevanten chinesischen Phase-III-Studie TAILOR einen großen Meilenstein bei der Ausweitung des Zugangs zu diesem Medikament in Wachstumsmärkten erreicht.

Wir haben unser Ziel, die Behandlung von Patienten mit mCRC zu verbessern, weiterverfolgt und uns verstärkt für Fortschritte bei Bluttest-Technologien durch Kooperationen eingesetzt. 2016 haben wir Vereinbarungen mit Biocartis und Amoy Diagnostics Co., Ltd. zu verschiedenen Diagnosetechnologien getroffen, um den Bedarf in unterschiedlichen Laborsegmenten zu decken. Damit waren wir das erste Pharmaunternehmen, das zur Weiterentwicklung der RAS-Biomarker-Testung mit mehreren Anbietern zusammenarbeitet. Zuvor hatten wir bereits eine Kooperation mit Sysmex Inostics vereinbart, die dieses Jahr mit dem Erhalt der CE-Zertifizierung im April für die gemeinsam entwickelte Flüssigbiopsietechnologie einen wichtigen Meilenstein erreichte.

Bedeutsam sind auch die weiteren Fortschritte, die wir im Rahmen unserer strategischen Allianz mit Pfizer Inc., USA als wichtigem Kooperationspartner bei der Entwicklung und anvisierten Vermarktung von Avelumab* erzielt haben. Hierbei handelt es sich um einen rein humanen, gegen den programmierten Zelltod-Liganden 1 (PD-L1) gerichteten Antikörper.

Auf der Jahrestagung 2016 der American Society of Clinical Oncology (ASCO) wurden die positiven Ergebnisse der zulassungsrelevanten Phase-II-Studie JAVELIN Merkel 200 bei Patienten mit metastasiertem Merkelzellkarzinom (MCC) vorgestellt, deren Teilnehmer in Zweitlinie oder noch späteren Therapielinien mit Avelumab behandelt wurden. Diese Ergebnisse stützten die Einreichung und Annahme des Antrags auf Marktzulassung für dieses Biologikum bei der US-amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) sowie den Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Wir haben 2016 außerdem zwei zulassungsrelevante Phase-III-Studien zu Avelumab gestartet, einschließlich einer Kombinationstherapie mit Axitinib für die Erstlinienbehandlung von Nierenzellkarzinom und einer Erstlinientherapie bei Ovarialkarzinom.

Diese zulassungsrelevanten Studien sind Teil von JAVELIN, dem umfassenden klinischen Entwicklungsprogramm zu Avelumab, das mindestens 30 klinische Prüfungen mit mehr als 4.000 Patienten einschließt, die in über 15 verschiedenen Tumorindikationen untersucht werden. Im Rahmen der strategischen Allianz treiben wir auch unsere Co-Vermarktungsaktivitäten zu Xalkori® (Crizotinib) voran. Hierbei handelt es sich um einen Inhibitor der anaplastischen Lymphom-Kinase (ALK) von Pfizer zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) mit positivem ALK-Status. Die Co-Vermarktung von Xalkori® ist in zwei Wellen vorgesehen. Den Anfang machten 2015 die USA, Kanada, Japan und fünf europäische Länder (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien). Die zweite Welle begann 2016 mit Argentinien, China und der Türkei.

Im Rahmen unserer Vorhaben in der Immunonkologie haben wir mit der Intrexon Corporation eine exklusive strategische Kooperations- und Lizenzvereinbarung zur Entwicklung und Vermarktung von modifizierten T-Zell-Krebstherapien auf Basis von chimären Antigenrezeptoren (CAR-T).

Ein wichtiger Wachstumstreiber für unser Biopharma-Geschäft ist unser Produktportfolio für die Fertilitätstherapie – von Arzneimitteln bis zu Technologien –, mit dem wir Paare bei der Erfüllung ihres Kinderwunsches unterstützen wollen. Unfruchtbarkeit ist aufgrund des gesellschaftlichen Trends, die Familienplanung in spätere Lebensabschnitte zu verschieben, weltweit zu einem wichtigen Thema geworden. Wir sehen eine stetig steigende Nachfrage in Wachstumsmärkten, die unseren aktuellen und zukünftigen Umsatz fördert. Außerdem haben wir es im Fertilitätsmarkt mit einem sich schnell wandelnden Umfeld zu tun, das charakterisiert ist durch Kommodifizierung und Preisdruck im Arzneimittelgeschäft, besser informierte Patienten und eine zunehmende Bedeutung von Fertilitätstechnologien. Die strategische Neugestaltung unseres Geschäftsmodells im Bereich Fertilität, das die Entwicklung von einem Weltmarktführer für Fertilitätsbehandlungen zu einem umfassenden Partner für die Fertilitätstherapie vorsieht, zielt darauf ab, diese Trends als Chancen für Merck zu nutzen, um dadurch weiteres Wachstum erzielen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben wir in einem ersten Schritt unser bestehendes Arzneimittelportfolio um unser stetig wachsendes Angebot an innovativen Technologien erweitert.

Wir sind das einzige Unternehmen, das rekombinante Varianten der drei natürlichen Hormone, die für die Behandlung von Unfruchtbarkeit notwendig sind, sowie ein vollständiges und klinisch erwiesenes Portfolio für alle Phasen des Reproduktionszyklus anbietet. Anfang 2016 erweiterten wir unser Angebot um den optimierten Gonal-f®-Fertipen. Diese neue Version der Injektionshilfe bietet verschiedene verbesserte Funktionen, die den Patienten die Verabreichung erleichtern sollen.

Das Geschäft unserer Einheit Fertility Technologies haben wir 2016 weiter ausgebaut. Es bietet jetzt Lösungen für alle wichtigen Schritte der In-vitro-Fertilisation (IVF). Unser automatisiertes Vitrifikationsgerät Gavi™** kann jetzt Eizellen und Embryonen in entscheidenden Prozessstadien einfrieren. Für den Inkubator Geri™** wurde eine Dokumentationssoftware (Geri™ Connect & Assess 1.0) eingeführt. Mit der Befeuchtungsfunktion ähnelt die Inkubationsumgebung jetzt noch mehr den natürlichen Bedingungen in der Gebärmutter. Mit Geri™+ wurde eine neue Version des Inkubators eingeführt, der mit dem Early Embryo Viability Assessment (Eeva®) Test eingesetzt werden kann, für den eine neue Softwareversion auf den Markt gebracht wurde. Unser neues einstufiges Geri™-Kulturmedium unterstützt zudem das ungestörte Embryonenwachstum. Und schließlich trägt unser innovatives Dokumentations- und Trackingsystem Gidget™ dazu bei, das Fehlerpotenzial zu reduzieren und die Arbeitsabläufe im Labor zu verbessern. Schlüsselkomponenten unseres Technologieportfolios wurden dieses Jahr für den klinischen Einsatz in Europa verfügbar gemacht und werden aktuell auch in Kanada und Japan vermarktet.

In Juni stießen mit Zeiss (Carl Zeiss AG, Oberkochen) und Hamilton Thorne Ltd., USA, zwei neue Mitglieder zur Global Fertility Alliance. Die Allianz ebnet den Weg in die Zukunft der Fertilitätsbehandlung und ergänzt unsere starke Ausgangsposition im Arzneimittelgeschäft sowie unser äußerst innovatives Fertility-Technologies-Geschäft.

Unsere vertrauenswürdigen Medikamente der Geschäftseinheit General Medicine & Endokrinologie (GM&E) wenden täglich 55 Mio. Patienten in aller Welt an. Concor®, Euthyrox®, Glucophage® und Saizen® sind hochwertige Marken und führend in vielen Schlüsselmärkten weltweit. Dementsprechend ist GM&E gemessen am Umsatz die größte Geschäftseinheit innerhalb des Unternehmensbereichs Healthcare und trägt erheblich zur Gesamtprofitabilität von Biopharma und Merck bei. Die Hauptprodukte dieser Einheit sind zwar nicht mehr patentgeschützt, werden aber dank ihres über Jahrzehnte aufgebauten Markenwerts immer noch als Standardpräparate zur Behandlung chronischer Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen sowie endokrinologischer Störungen eingesetzt.

Concor® mit dem Wirkstoff Bisoprolol ist der führende Betablocker für chronische Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Hypertonie, koronare Herzkrankheit und chronische Herzinsuffizienz. Euthyrox® mit dem Wirkstoff Levothyroxin ist ein führendes Arzneimittel zur Behandlung von Hypothyreose, einer Erkrankung mit hoher Prävalenz bei immer noch niedrigen Diagnoseraten in den meisten Wachstumsmärkten. Glucophage® ist ein Metformin-Präparat und Mittel der Wahl für die Erstlinienbehandlung von Typ-2-Diabetes. Im Oktober 2016 wurde Metformin vom CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use) bezüglich der Behandlung von Typ-2-Diabetes bei Patienten mit moderater Nierenfunktionsstörung (CKD-Stadium 3) positiv beurteilt, was sich in Europa als Indikationserweiterung in den Verschreibungsinformationen niederschlagen wird. Damit können Glucophage® und andere Metformin-Präparate von einer größeren Gruppe von Typ-2-Diabetikern sicher angewendet werden. Die Indikation von Glucophage® wird auf Prädiabetes ausgeweitet und hat hierfür in zwölf Ländern weltweit bereits die Zulassung erhalten.

Wir wollen in unseren Tätigkeitsfeldern wie zum Beispiel den Schilddrüsenerkrankungen außerdem zur Bewusstseinsbildung und Aufklärung beitragen. Wichtige Aktivitäten sind hier unsere kontinuierliche Beteiligung an der International Thyroid Awareness Week und unsere Partnerschaft mit der Royal Health Awareness Society (RHAS) in Jordanien, die wir im Oktober vereinbart haben.

Saizen® (Somatropin) ist unser Hauptprodukt im Bereich Endokrinologie und wird zur Behandlung von Wachstumshormonmangel bei Kindern und Erwachsenen angewendet. Saizen® wird mit dem elektromechanischen Autoinjektor easypod™ verabreicht, der einzigen Geräteklasse zur Injektion von Wachstumshormonen überhaupt. Der easypod™ kann per Drahtlosverbindung Daten wie Injektionszeitpunkt, -datum und -dosis an das internetbasierte Softwaresystem easypod™ connect übermitteln. Das macht es für Ärzte und Patienten einfacher, die Therapietreue sicherzustellen und ihre Behandlungsziele zu erreichen.

Im Rahmen unseres Engagements, hochwertige Medikamente zu den Patienten zu bringen, investieren wir kontinuierlich in unser weltweites Produktionsnetzwerk. Im Jahr 2016 haben wir den Bau einer neuen Anlage im chinesischen Nantong fertiggestellt, unseren Betrieb in Rio de Janeiro (Brasilien) erweitert und den Bau eines neuen Verpackungszentrums in Darmstadt initiiert, um den zunehmenden weltweiten Bedarf an Glucophage®, Concor® und Euthyrox® aus unserer Geschäftseinheit General Medicine decken zu können. In Spanien haben wir unseren Produktionsbetrieb in Tres Cantos erweitert, um die ebenfalls steigende globale Nachfrage nach Medikamenten aus unserem Biotech-Portfolio bedienen zu können. In Aubonne in der Schweiz haben wir den Bau unseres neuen Verpackungszentrums vorangetrieben.

Consumer Health

In unserem Consumer-Health-Geschäft konzentrieren wir uns unter dem Dach mehrerer strategischer Marken auf verbraucherspezifische Innovationen. Beispiele sind Neurobion®, Bion®, Seven Seas®, Nasivin®, Femibion® und Dolo-Neurobion® sowie Vivera® / Floratil®, Sangobion®, Vigantoletten®, Apaisyl® und Kytta®. Zu unseren neuesten Innovationen gehören das Probiotikum Vivera® und die Erweiterung der Femibion®-Produktfamilie um das Präparat Femibion® BabyPlanung. Wir wollen bei diesen Marken für die Selbstmedikation und Nahrungsergänzung eine emotionale Markenbindung erzielen, damit sie für Verbraucher und Kunden zu echten Lieblingsmarken werden. Die meisten dieser Marken stehen gänzlich in Einklang mit der neuen Ausrichtung unseres Consumer-Health-Geschäfts: „Wir sind dazu da, die Gesellschaft auf eine neue Ära vorzubereiten, in der die Menschen bei guter Gesundheit 100 Jahre alt werden.“

Weltweite Megatrends begünstigen dabei das künftige Wachstum des Consumer-Health-Geschäfts von Merck. Die Menschen gehen bewusster mit ihrer Gesundheit um und kümmern sich um ihr körperliches Wohl. Gesundheitsvorsorge und eine möglichst wenig invasive Medikation werden immer wichtiger – und zwar sowohl in etablierten Märkten als auch in Wachstumsmärkten, wo sich zunehmend eine starke Mittelschicht mit besonderen Bedürfnissen herausbildet. Gleichzeitig werden die Menschen und Gesellschaften immer älter. Das war der Anlass, warum wir unter dem unabhängigen Motto „WE100® – young for old, old for young“ eine eigene Initiative entwickelt und ins Leben gerufen haben. Sie soll unsere neue Ausrichtung unterstützen, denn wir wollen in den Gesellschaften, in denen wir tätig sind, aktiv Veränderungen vorantreiben.

Im globalen Selbstmedikationsmarkt rangieren wir gegenwärtig unter den Top 15 und erwirtschaften bereits über 50 % unseres Jahresumsatzes im Zuge der Entwicklung von Wachstumsmärkten. Vor allem Märkte wie Chile, Brasilien, Großbritannien, Südafrika, Thailand, Indonesien, Indien, Malaysia und die Philippinen liefern signifikantes Wachstum. Um unsere regionalen und markenspezifischen Strategien noch weiter aufeinander abzustimmen und uns diesbezüglich noch besser auf effiziente Kombinationen konzentrieren zu können, haben wir unsere regionale Struktur neu organisiert.

Biosimilars

Unser Biosimilars-Geschäft hat sich dem Ziel verschrieben, mehr Patienten weltweit Zugang zu hochwertigen Biopharmazeutika zu ermöglichen. Dazu entwickeln wir ein Biosimilars-Portfolio mit dem Schwerpunkt auf Onkologie sowie entzündlichen Erkrankungen und stützen uns dabei sowohl auf interne Forschungs- und Entwicklungskompetenz in Sachen biologische Arzneimittel als auch auf Partnerschaften mit anderen Akteuren aus diesem Bereich. 2016 haben wir unsere Pipeline in der klinischen Entwicklung weit vorangetrieben: Für die Phase-III-Studie mit unserem Prüfpräparat Adalimumab wurde der erste Patient rekrutiert und die Patientenrekrutierung noch im selben Jahr abgeschlossen. Biosimilars sind ein attraktiver Markt, in dem wir gut aufgestellt sind, da wir auf vorhandenen Stärken und Kompetenzen über die Biosimilars-Wertschöpfungskette hinweg aufbauen können.

Merck unterhält zudem strategische Allianzen mit Dr. Reddy’s in Indien zur gemeinsamen Entwicklung mehrerer Krebsmedikamente und mit Bionovis in Brasilien zur Versorgung des brasilianischen Markts mit Biologika im Rahmen der Richtlinie zur Partnerschaft zur Produktentwicklung (PDP) des brasilianischen Gesundheitsministeriums.

Merck befindet sich in fortgeschrittenen Verhandlungen zur Veräußerung der Biosimilars-Geschäftsaktivitäten und ein Vollzug der Veräußerungstransaktion wird noch im Geschäftsjahr 2017 erwartet.

Allergopharma

Unser Allergiegeschäft Allergopharma ist einer der führenden Anbieter für die allergenspezifische Immuntherapie (AIT). Das Produktportfolio von Allergopharma umfasst ein vielfältiges Spektrum an zugelassenen Allergenpräparaten, die den höchsten Qualitätsstandards entsprechen. Die AIT (Hyposensibilisierung, Desensibilisierung, spezifische Immuntherapie) ist die einzige kausale Therapiemöglichkeit, Allergien gegen nicht vermeidbare Allergene zu behandeln.

Wir stellen Präparate zur Diagnose und Therapie von Typ-1-Allergien wie Heuschnupfen oder allergischem Asthma her. Unser Allergiegeschäft bietet hochdosierte, hypoallergene standardisierte Präparate für die allergenspezifische Immuntherapie von Pollen- und Milbenallergien. Diese sogenannten Allergoide sind ein besonderer Fokus des Produktportfolios von Allergopharma und stellen ein Kernelement des ganzheitlichen Behandlungsansatzes von Patienten, die unter Allergien leiden, dar. Ohne eine korrekte Diagnose ist eine effektive Therapie nicht möglich. Allergopharma bietet ein breites Spektrum an diagnostischen Allergietests. Mit seinen mehr als 100 Einzelallergenen versorgt das Unternehmen Ärzte mit spezifischen Tools, mit denen sich die allergieauslösenden Substanzen identifizieren lassen. Darüber hinaus beinhaltet das Angebot von Allergopharma auch individuelle patientenspezifische Allergenextrakte zur Behandlung von weniger häufigen Allergien. Personalisierte Medizin ist bei Allergopharma seit vielen Jahren Realität. Die Produkte von Allergopharma sind derzeit in mehr als 20 Ländern weltweit erhältlich.

Life Science

Mit einem der umfassendsten Produkt- und Technologieportfolios der Branche verfolgt der Unternehmensbereich Life Science das Ziel, in Zusammenarbeit mit Kunden und Experten rund um den Globus die größten Herausforderungen der Branche zu meistern. Udit Batra ist seit 2014 Leiter unseres Unternehmensbereichs Life Science und seit April 2016 Mitglied der Geschäftsleitung von Merck. Im Geschäftsjahr 2016 trug Life Science 38 % zu den Umsatzerlösen des Konzerns und 34 % zum EBITDA vor Sondereinflüssen (ohne Konzernkosten und Sonstiges) bei.

Wir sind ein führender Akteur im attraktiven, 100 Mrd. € großen Life-Science-Markt und bedienen über eine Million Kunden weltweit mit dem Ziel, Wissenschaft schneller voranzubringen und damit den Zugang zu Gesundheit für Menschen überall auf der Welt zu beschleunigen. Wir bieten Wissenschaftlern und Ingenieuren in jedem Prozessstadium innovative Lösungen. Unsere Produkte und Dienstleistungen werden in der Forschung, Entwicklung und Herstellung von Arzneimitteln chemischen oder biotechnologischen Ursprungs sowie in Forschungs- und Anwendungslaboren eingesetzt. Sie reichen aber auch in benachbarte Märkte wie die Lebensmittel- und Getränkeindustrie hinein.

Im November 2015 haben wir die Sigma-Aldrich Corporation, ein führendes Life-Science-Unternehmen, übernommen. Dies war die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte von Merck und eine der größten der Branche überhaupt. Durch die Kombination der Geschäfte können wir Life-Science-Kunden weltweit mit einem höchst attraktiven Angebot von etablierten Marken wie Millipore, Sigma-Aldrich, Milli-Q®, SAFC, Supelco und BioReliance versorgen. Darüber hinaus verfügen wir über eine höchst effiziente Lieferkette, über die wir unsere Standardprodukte innerhalb von 24 bis 48 Stunden weltweit liefern können. Innerhalb der Life-Science-Forschung bieten wir unseren Kunden akademischer und pharmazeutischer Forschungslabore ein umfassendes, maßgeschneidertes Produktangebot für ihren Laborbedarf.

Der Unternehmensbereich Life Science ist in 66 Ländern weltweit vertreten. Neben seiner Zentrale in Darmstadt unterhält er weitere Exzellenzzentren in Boston (Massachusetts, USA), St. Louis (Missouri, USA), Milwaukee (Wisconsin, USA) und im französischen Molsheim. Im Juli haben wir unsere Pläne zum Bau eines neuen Campus in Burlington (Massachusetts, USA) bekannt gegeben. Hierfür ist eine Investitionssumme von 115 Mio. US-Dollar veranschlagt. Der Campus soll als wichtiges Exzellenzzentrum für das nordamerikanische Life-Science-Geschäft von Merck dienen. Der Gebäudekomplex mit einer Gesamtfläche von 26.000 Quadratmetern wird neben Büroräumen eines unserer „M Lab™“-Kundenkooperations- und Schulungszentren als hochmoderne explorative Arbeitsumgebung beherbergen, in der unsere Wissenschaftler und Ingenieure in engem Austausch mit unseren Kunden zusammenarbeiten.

Der Unternehmensbereich Life Science generiert wiederkehrende Umsatzerlöse und stabile, attraktive Cash Flows in einer Industrie, die durch strenge Zulassungsanforderungen gekennzeichnet ist. Eine stark diversifizierte und loyale Kundenbasis trägt zudem zu einem günstigen Risikoprofil bei. Wir profitieren von einem breitgefächerten und einschlägigen Portfolio, einer sehr effizienten Lieferkette inklusive einer hervorragenden E-Commerce-Plattform und unserer globalen Reichweite.

Auf unserer E-Commerce-Plattform sigmaaldrich.com finden Kunden in fast jedem Land schnell und leicht genau diejenigen Produkte, die sie benötigen, um ihre Forschung voranzutreiben. Derzeit sind 70 % der Produkte aus dem ehemaligen Bestand von Merck Millipore unter sigmaaldrich.com abrufbar. 2016 haben wir eine zentralisierte Initiative zur Steuerung aller Kanäle für die Kundenakquise und der gestaffelten Suchmaschinenwerbung eingeführt. Dazu werden über zwei Millionen aktive Schlagwörter (Keywords) integriert, um die Aufmerksamkeit für die Website zu erhöhen und Kunden verstärkt auf diejenigen Inhalte zu lenken, an denen sie interessiert sind, sodass sie einen effizienten Einkaufsvorgang erleben.

Der Unternehmensbereich Life Science gliedert sich analog zu den betreuten Kundensegmenten in drei Geschäftseinheiten. Research Solutions fokussiert sich auf akademische und pharmazeutische Forschungseinrichtungen; Process Solutions vermarktet Produkte und Dienstleistungen für die gesamte Wertschöpfungskette der pharmazeutischen Produktion und Applied Solutions bedient klinische und diagnostische Prüflabore sowie die Lebensmittelindustrie und die Umweltbranche.

Unsere strategischen Marketing- und Innovationsteams (SMIs) unterstützen diese Kundensegmente, indem sie Innovationen fördern und einführen, die auf die Bedürfnisse unserer Kunden zugeschnitten sind. Sie sind verantwortlich für die Ausarbeitung der Kundensegmentstrategie, die Pflege und Modernisierung des Produktportfolios und die Vermittlung der strategischen Leistungsversprechen des Geschäfts.

Darüber hinaus haben wir zwei sogenannte Commercial Areas, die nach Regionen und Kundensegmenten unterteilt sind, um regionale sowie lokale Erfahrung und Kompetenz zu nutzen. Ein Bereich ist auf die Laborkunden aus der Forschung und den Anwendungslaboren ausgerichtet, der andere auf Kunden von Prozesslösungen. Die Commercial Areas sind jeweils für das Marketing, den Vertrieb sowie die Kunden- und Händlerbeziehungen selbstverantwortlich.

Research Solutions bietet ein breites Portfolio an relevanten Lösungen, die wissenschaftliche Entdeckungen ermöglichen, indem wir den Kunden über sein gesamtes Aktivitätsspektrum hinweg begleiten. Hierzu gehören über 200.000 Produkte und Dienstleistungen einschließlich Molekülplattformen, Protein- und Signalweg-Technologien, Biochemikalien, Materialwissenschaft und Tools für Zellkulturprozesse.

In Danvers (Massachusetts, USA) haben wir in unserer aktuellen Produktionsanlage für Mobius® ein Umbauprojekt gestartet, um die Kapazitäten des Betriebs zu verbessern. Zu dem Projekt gehört eine um 1.250 Quadratmeter vergrößerte Reinraumfläche, die dazu beitragen soll, die steigende Nachfrage nach Einwegprodukten zu bedienen.

2016 haben wir das hochsensitive Zytokinpanel MILLIPLEX®MAP Human für die schnellere und kosteneffizientere Testung auf Zytokine in menschlichen Proben eingeführt. Es ist der erste Testsatz mit 384 Mulden, der mit der Luminex-FLEXMAP3D®-Plattform verwendet werden kann und Forschern mit nur begrenztem Probenvolumen eine schnellere und umfangreichere Ergebnisausbeute ermöglicht.

Unsere Geschäftseinheit Process Solutions bietet Pharma- und Biotechnologieunternehmen eine Vielzahl von Produkten, die es den Kunden ermöglichen, Arzneimittel chemischen und biotechnologischen Ursprungs sicher, effizient und kostengünstig zu produzieren. Durch die Kombination der Geschäfte von Sigma-Aldrich und Merck Millipore im Jahr 2015 bieten wir das breiteste Portfolio der Branche an. Zu den über 15.000 Produkten und Dienstleistungen im Angebot von Process Solutions gehören Einweg-Produktionslösungen, Filtration, Chromatografie und Aufreinigung, Virusabreicherung, pharmazeutische und biopharmazeutische Rohstoffe, Substanzen für den Wirkstofftransport sowie Ingenieurs- und Validierungsleistungen.

Unsere Einweglösungen bieten Kunden aus der biopharmazeutischen Industrie höhere Flexibilität, da zeit- und kostenintensive Reinigungsverfahren entfallen. Ferner sind diese Einweglösungen mit verschiedenen Produkten kompatibel, wodurch sich die Anschaffungskosten für unsere Kunden reduzieren. Zu den neuen Mobius®-Produkten, die 2016 eingeführt wurden, gehören ein 1.000-Liter-Einweg-Bioreaktor mit branchenführendem Design, ein 2.000-Liter-System für schwer mischbare biopharmazeutische Inhaltsstoffe und ein großvolumiges Transportsystem für sterile und nicht sterile Flüssigkeiten. Diese Produkte erfüllen die zunehmend komplexen Anforderungen unserer Kunden an benutzerfreundliche Systeme, die es ihnen erlauben, sich ganz auf die Wissenschaft zu konzentrieren. Wir stellen unseren Kunden auch biopharmazeutische End-to-End-Lösungen in Form einer kompletten Prozesslinie für die Herstellung eines Klons bereit, die den Vorschriften der Current Good Manufacturing Practice (cGMP) entspricht, bis hin zur kommerziellen Produktion.

2016 haben wir unser branchenführendes Risikobewertungsprogramm Emprove® um eine Auswahl an Produkten für Filtration und Einwegprozesse erweitert. Der schnelle und einfache Zugang zu Informationen für die Risikobewertung ist ein entscheidender Faktor in einem regulatorischen Umfeld, das sich stetig verändert. Das Emprove®-Programm bietet Dokumentation und regulatorische Informationen zu Materialien, die bei der Herstellung von Arzneimitteln zum Einsatz kommen. Hierzu gehören Millipore-Express®-Filter, Pureflex®- und Pureflex®-Plus-Beutel, Viresolve®-Pro-Filtrationsgeräte und Filter der Marke Durapore®.

Im November 2016 haben wir mit der Ankündigung, 80 Mio. € in ein neues Life Science Center im chinesischen Nantong zu investieren, unser Engagement für die rasant wachsende Branche untermauert. Wir wollen hierfür ein breites Spektrum an führenden, innovativen Lösungen für Kunden und Partner in China bereitstellen. Das Zentrum wird unsere führende Position bei anorganischen Salzen für pharmazeutische Wirkstoffe, Hilfsstoffe und Zellkulturmedien für die Pharma-, Biotechnologie- und Gesundheitsmärkte in China sowie Fertigkulturen für Umwelt- und Sterilitätsprüfungen stärken.

Unsere Life-Science-Geschäftseinheit Applied Solutions konzentriert sich auf Kunden von Test- und Diagnoseanwendungen und industrielle Produzenten sowie darauf, verlässliche Produkte und umfassende Workflow-Lösungen bereitzustellen, mit denen Prozesse gestrafft, Kosten gesenkt und konsistente, zuverlässige Ergebnisse generiert werden können. Zu den über 62.000 Produkten und Dienstleistungen im Angebot zählen analytische Trennsysteme, Referenzmaterialien, Wasseraufbereitungsgeräte mit Verbrauchsmaterialien und Serviceleistungen sowie Testlösungen für die Mikrobiologie und das Biomonitoring.

Im Sinne unseres Engagements für bessere Arbeitsabläufe haben wir das Hochdurchsatz-Wasseraufbereitungssystem Elix® eingeführt. Konzipiert als Mittelpunkt eines zentralen Wasseraufbereitungssystems bietet das Elix®-System volle Konnektivität, wodurch die Anwender in Echtzeit die Überwachung per PC, Tablet oder Smartphone durch Zugang zu allen relevanten Daten zur Wasserqualität durchführen können. Das Produkt lässt sich nahtlos in bestehende Systeme integrieren und senkt den Energie- und Wasserverbrauch unter Beibehaltung der Wasserqualität.

Wir haben unsere beliebte Guava®-Durchflusszytometer-Produktlinie erweitert und mit einem 532-Nanometer-Laser ausgestattet. Er erhöht die Kapazitäten der Gerätelinie Guava®easyCyte und ermöglicht die gleichzeitige Detektion mehrerer Fluoreszenzproteine. Seit der Entdeckung und Isolierung der Gene, die für biologische Fluoreszenz verantwortliche Proteine kodieren, haben Fluoreszenzproteine die Life-Science-Forschung verändert. Die neue Produktlinie verbessert die optische Leistungsfähigkeit sowie Flexibilität und führt zu einer optimierten optischen Konfiguration.

Performance Materials

In unserem Unternehmensbereich Performance Materials bündeln wir das gesamte Spezialchemikaliengeschäft von Merck. Das Portfolio umfasst Hightech-Chemikalien für Anwendungen in den Bereichen Unterhaltungselektronik, Beleuchtung, Beschichtungen, Drucktechnik, Lacke und Kunststoffe sowie Kosmetik. Performance Materials gliedert sich in vier Geschäftseinheiten: Display Materials, Integrated Circuit Materials, Pigments & Functional Materials und Advanced Technologies.

Walter Galinat verantwortet den Unternehmensbereich seit 2010 als CEO Performance Materials. Seit April 2016 ist er Mitglied der Merck-Geschäftsleitung. Der Anteil von Performance Materials an den Umsatzerlösen des Konzerns lag im Jahr 2016 bei 17 % und der Anteil am EBITDA vor Sondereinflüssen (ohne Konzernkosten und Sonstiges) betrug 23 %. Die EBITDA-Marge vor Sondereinflüssen erreichte 44,1 % der Umsatzerlöse.

Wir haben 2016 unsere Marktposition als weltweiter Markt- und Technologieführer bei etablierten Flüssigkristalltechnologien verteidigt – auch wenn die Nachfrage nach LC-Bildschirmen weniger als erwartet gewachsen ist. Zu unseren Kunden im Flüssigkristallgeschäft (Liquid Crystals, kurz LC) gehören die großen – vornehmlich asiatischen – Displayhersteller. Mit der Geschäftseinheit Display Materials verfügen wir über die breiteste Produktpalette in der Industrie. Wir bieten Flüssigkristallmischungen an, etwa die PS-VA-Technologie (Polymer Stabilized Vertical Alignment; primär für Fernseher) oder die IPS-Technologie (In-Plane Switching; primär für Smartphones und Tablets), Photoresist-Materialien oder reaktive Mesogene. Neuentwicklungen wie die energieeffiziente UB-FFS-Technologie (Ultra-Brightness Fringe Field Switching) haben sich für Smartphones und Tablets weiter am Markt etabliert.

Neue Anwendungsmöglichkeiten für Flüssigkristalle zu erschließen, war auch 2016 weiterhin ein wichtiger Fokus unserer strategischen Initiative LC 2021. Dazu zählt allen voran die Entwicklung der Flüssigkristallfenster-Technologie. Um vor Sonneneinstrahlung zu schützen, lassen sich diese Fenster sekundenschnell und stufenlos von hell nach dunkel regulieren und weisen dabei im Vergleich zu Wettbewerbstechnologien eine große Farbneutralität auf. Eine „Privacy“-Variante der Fenster ermöglicht es, von durchsichtig auf milchig zu schalten. Um eine schnellere Marktdurchdringung der neuen Technologie zu erreichen, investiert Merck rund 15 Mio. € in eine Produktionsanlage für Flüssigkristallfenster-Module mit Standort in Veldhoven in den Niederlanden. Die Herstellung dieser schaltbaren Module, die von unseren Kunden zu intelligenten Fenstern und Glasfassaden verarbeitet werden können, soll Ende 2017 beginnen.

Unser jährlich stattfindendes „Displaying Futures“-Symposium konzentrierte sich 2016 auf die Mobilität der Zukunft. Mit unserer eigens geschaffenen Automobilplattform wollen wir zeigen, über welche Potenziale Merck-Materialien in Anbetracht der Zukunftstrends verfügen. Dazu zählen Flüssigkristalle für Displays mit freier Formgebung, Flüssigkristalle für mobile Antennenanwendungen oder die Lichtlenkung in Scheinwerfern, OLEDs (Organic Light Emitting Diodes), LEDs (Light Emitting Diodes), Halbleitermaterialien in Chips oder funktionelle Pigmente. Zur Förderung junger Unternehmer und Forscher haben wir 2016 den Displaying Futures Award ins Leben gerufen. Der mit 50.000 US-Dollar dotierte Preis für Ideen rund um neue Flüssigkristallmaterialien ging an drei Teams aus den USA und den Niederlanden.

Die zweitgrößte Geschäftseinheit Integrated Circuit Materials liefert Produkte für integrierte Schaltkreise, zur Herstellung mikroelektronischer Systeme, für Antireflexionsbeschichtungen oder zur Miniaturisierung von Transistorstrukturen. Durch die Integration der beiden Akquisitionen – des SAFC-Hitech-Geschäfts von Sigma-Aldrich und Ormet Circuits – haben wir unser Portfolio in idealer Weise um Depositionsmaterialien und leitfähige Pasten für Halbleiter-Packaging ergänzt. Von unseren wegweisenden Materiallösungen für die Lithographie der nächsten Generation, beispielsweise im Bereich von Directed Self Assembly (DSA), profitieren die Hersteller fortgeschrittener Halbleiter. Durch umfassende Kompetenzen in der Polymersynthese und langjährige Prozess- und Formulierungserfahrung haben wir bei der DSA-Technologie eine Führungsrolle inne. Wichtiges Thema für die Halbleiterbranche ist die Entwicklung von immer leistungsfähigeren Computerchips. Dies wird entweder durch eine Verkleinerung der Strukturen auf dem Chip („Moore’s law“) erreicht oder durch die Kombination verschiedener Chips im Bauteil bzw. dreidimensionale Strukturen („beyond Moore“). Merck bietet verschiedene innovative Produkte für beide Ansätze. Die Hauptanwendungen sind dabei neben Smartphones und Servern auch Sensoren, z. B. für die Automobilindustrie sowie das „Internet der Dinge“. Als wichtiger Partner global führender Elektronikhersteller erzielt die Geschäftseinheit über 60 % der Umsätze in Asien und erwirtschaftet dabei rund drei Viertel mit Produkten, die in ihren jeweiligen Märkten führend sind. 2016 konnten wir uns auch im Wachstumsmarkt China stärker positionieren.

Die Geschäftseinheit Pigments & Functional Materials entwickelt und vermarktet ein umfassendes Produktportfolio dekorativer Effektpigmente und funktioneller Materialien. Die Effektpigmente werden vor allem in Automobil- und Industrielacken, Kunststoffen, Druckerzeugnissen und Kosmetika verarbeitet, um den Produkten einen einzigartigen Glanz zu verleihen. Zu den funktionellen Materialien gehören Lasermarkierungen, leitfähige Additive, Anwendungen für Fälschungssicherheit sowie hochwertige Kosmetikwirkstoffe beispielsweise für den Einsatz in der Hautpflege sowie in Sonnenschutz- oder Insektenschutzmitteln. 2016 konnten wir unseren Kunden verschiedene Neuheiten in allen Bereichen anbieten: Mit ThermavalTM etwa konnten wir bspw. eine neue Serie an Perlglanzpigmenten für den Hochtemperaturbereich einführen. Sie sorgen dafür, dass Keramikglasuren ihre brillante Farbe und den Glitzereffekt auch beim kosteneffizienten Einfachbrand behalten. Auch 2016 setzten wir bei der Portfolioerweiterung und beim Vertrieb auf Kooperationen – beispielsweise mit dem französischen Unternehmen Agrimer zur Nutzung von Kosmetikwirkstoffen aus dem Meer oder mit dem US-amerikanischen Hersteller Polyone zu Weiterentwicklung und Vermarktung einer neuartigen Kunststoff-3D-Technologie. Ausgelöst durch die Epidemie mit dem Zika-Virus haben wir mit unserem Insektenschutzwirkstoff IR3535® weitere Marktanteile gewonnen, sogar im bestehenden Markt. Die Substanz bietet einen effektiven Schutz vor Moskitostichen und ist auch für Schwangere unbedenklich, die durch das Zika-Virus besonders gefährdet sind. Für seine Vorreiterrolle bei Pigmenten für hochwertige Automobillacke wurde Merck mit dem renommierten „European Frost & Sullivan Award for Product Leadership 2016“ ausgezeichnet. Er honoriert den Erfolg mit den innovativen Produktfamilien Meoxal® und Xirallic®NXT.

Die Geschäftseinheit Advanced Technologies investiert insbesondere in zukunftsträchtige Forschung und Entwicklung im Bereich Performance Materials. Ein sehr gutes Beispiel hierfür sind unsere Materialien für organische Leuchtdioden (Organic Light Emitting Diodes, kurz OLED). Das Geschäft mit OLED-Materialien ist eines unserer am schnellsten wachsenden Geschäfte. Die neue Produktionsstätte für OLED-Materialien in Darmstadt haben wir wie geplant im September eingeweiht. Nach 14-monatiger Bauzeit werden in dem rund 3.600 Quadratmeter großen Gebäude nun hochreine OLED-Materialien hergestellt. Diese kommen nicht nur in modernen Bildschirmen zur Anwendung, sondern auch in modernen Beleuchtungssystemen, etwa in hochwertigen PKW-Rückleuchten. Mit einer Investitionssumme von rund 30 Mio. € ist die Anlage eine der größten Einzelinvestitionen, die Merck in den letzten Jahren am Standort Darmstadt getätigt hat. Die Anlage ermöglicht es, die Produktionskapazität signifikant zu erhöhen. Bis 2018 wollen wir einer der führenden Anbieter von OLED-Materialien sein. Um die steigende Nachfrage zu decken und die Kunden mit einem breiten Spektrum an hochleistungsfähigen OLED-Materialien versorgen zu können, haben wir mit dem japanischen Unternehmen Idemitsu Kosan eine Kooperationsvereinbarung getroffen.

Eine weitere interessante neue Technologie, die Displays verbessert, sind Quantenmaterialien. Sie sorgen für ultrahelle Displays mit einer bemerkenswerten Erweiterung des Farbraums. Um die wachsende Nachfrage nach Quantenmaterialien zu decken, haben wir eine Lizenzvereinbarung mit der in Großbritannien ansässigen Nanoco Group getroffen. Demnach kann Merck die umweltfreundlichen, cadmiumfreien Quantenmaterialien von Nanoco sofort vermarkten und langfristig eigene Produktionsanlagen aufbauen. Daneben forschen wir auch über das 2015 übernommene israelische Start-up Qlight Nanotech an dieser Technologie.

* Avelumab ist bisher in keinem Markt in keiner Indikation zugelassen. Die EMA hat den Antrag auf Marktzulassung für Avelumab zur Behandlung von metastasiertem MCC validiert. Hierbei handelt es sich um die erste Annahme eines Zulassungsantrags zur Prüfung der Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten für dieses Prüfpräparat. Die US-amerikanische Zulassungsbehörde FDA hat den Antrag auf Marktzulassung für Avelumab zur Behandlung von metastasiertem MCC ebenfalls angenommen. Dies stellt die erste Annahme eines Antrags zur Prüfung dieses Prüfpräparats durch die FDA dar. ** Gavi™ und Geri™ sind nicht in den USA erhältlich.