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Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

(7) Umsatzerlöse

Umsatzerlöse wurden im Wesentlichen aus Warenverkäufen erzielt. Sie enthielten in geringem Umfang auch Erlöse aus erbrachten Dienstleistungen, Provisionserlöse sowie Ergebnisbeteiligungen aus Kollaborationen. Die Umsatzerlöse des Merck-Konzerns betrugen im Berichtsjahr 15.024 Mio. € (Vorjahr: 12.845 Mio. €) und erhöhten sich damit um 17,0 % gegenüber dem Vorjahr. Die Aufteilung der Umsatzerlöse ist in der Segmentberichterstattung in Anmerkung (31) „Informationen nach Unternehmensbereichen / Ländern und Regionen“ dargestellt.

(8) Herstellungskosten

Die Herstellungskosten umfassten im Wesentlichen die Kosten der abgesetzten Erzeugnisse sowie die Einstandskosten der verkauften Handelswaren. Sie beinhalteten neben den direkt zurechenbaren Kosten wie zum Beispiel Material-, Personal- und Energiekosten sowie Abschreibungen auch dem Produktionsprozess zuzurechnende Gemeinkosten und gegebenenfalls erforderliche Abwertungen auf Vorräte.

(9) Marketing- und Vertriebskosten

Die Marketing- und Vertriebskosten setzten sich wie folgt zusammen:

30 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Außendienst – 1.063 – 913
Innendienst – 903 – 740
Werbemaßnahmen – 598 – 522
Logistik – 614 – 471
Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte 1 – 1.032 – 779
Lizenz- und Provisionsaufwendungen – 177 – 513
Sonstige Marketing- und Vertriebskosten – 140 – 112
Marketing- und Vertriebskosten – 4.526 – 4.050
1
Ohne Abschreibungen auf selbsterstellte oder einzeln erworbene Software.

Die Abschreibungen immaterieller Vermögenswerte entfielen im Wesentlichen auf Kundenbeziehungen, Marktzulassungen, Lizenzen und ähnliche Rechte, Markennamen und Warenzeichen, welche dem Marketing- und Vertriebsbereich funktional zuzuordnen waren.

Die Lizenz- und Provisionsaufwendungen entstanden im Wesentlichen für die Vermarktung von Erbitux® außerhalb der USA und Kanadas in Höhe von 97 Mio. € (Vorjahr: 93 Mio. €). Für die Vermarktung von Rebif® in den USA fielen im Berichtsjahr nach Auslaufen einer Vertriebskooperation mit Pfizer Inc., USA, keine Provisionsaufwendungen mehr an (Vorjahr: 334 Mio. €).

(10) Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung betrugen im Berichtsjahr 1.976 Mio. € (Vorjahr: 1.709 Mio. €).

Mit den Forschungskosten wurden Erstattungen für Forschung und Entwicklung in Höhe von 84 Mio. € (Vorjahr: 88 Mio. €) verrechnet; darin enthalten waren staatliche Zuschüsse in Höhe von 3 Mio. € (Vorjahr: 3 Mio. €). Die Erstattungen waren wie im Vorjahr im Wesentlichen auf die strategische Allianz mit Pfizer Inc., USA, zurückzuführen.

Die Aufteilung der Forschungs- und Entwicklungskosten nach Regionen ist im Segmentbericht (siehe Anmerkung (31) „Informationen nach Unternehmensbereichen / Ländern und Regionen“) dargestellt.

(11) Sonstige betriebliche Erträge

Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Erträge stellte sich wie folgt dar:

30 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Gewinne aus dem Abgang von Geschäften und langfristigen Vermögenswerten 483 52
Erträge aus Meilensteinzahlungen und Rechten sowie Lizenzerträge 317 262
Auflösung von Wertberichtigungen auf Forderungen 59 40
Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten 23 35
Erträge aus nicht betriebstypischen Leistungen 18 22
Übrige betriebliche Erträge 96 59
Sonstige betriebliche Erträge 996 471

Die Gewinne aus dem Abgang von Geschäften und langfristigen Vermögenswerten in Höhe von 483 Mio. € (Vorjahr: 52 Mio. €) waren im Berichtsjahr mit 330 Mio. € auf die Veräußerung der Rechte an Kuvan®, mit 50 Mio. € auf die Entkonsolidierung der venezolanischen Tochtergesellschaften sowie auf die Veräußerung von sonstigen Beteiligungen zurückzuführen.

Die Erträge aus Meilensteinzahlungen und Rechten sowie Lizenzerträge in Höhe von 317 Mio. € (Vorjahr: 262 Mio. €) resultierten in Höhe von 191 Mio. € (Vorjahr: 191 Mio. €) aus der im Jahr 2014 getroffenen Kollaborationsvereinbarung im Bereich der Immunonkologie mit Pfizer Inc., USA. Hierbei handelte es sich um die zeitanteilige Realisierung der abgegrenzten Erlöse aus der Einstandszahlung sowie aus dem Gegenwert des Rechts zur gemeinsamen Vermarktung von Xalkori® (siehe Anmerkung (5) „Kollaborationen von wesentlicher Bedeutung“). Die Lizenzerträge entstanden im Wesentlichen aufgrund einer im Geschäftsjahr 2016 erteilten Lizenz für Interferon-Beta-Produkte (Biogen Inc., USA) sowie für das Produkt Viibryd® (Allergan plc, Irland).

(12) Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die Aufteilung der sonstigen betrieblichen Aufwendungen stellte sich wie folgt dar:

30.5 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Integrationskosten / IT-Kosten – 193 – 78
Wertminderungen – 134 – 128
Rechtsstreitigkeiten – 104 – 85
Nicht einkommensabhängige Steuern – 68 – 44
Prämien, Gebühren und Beiträge – 65 – 57
Währungskursdifferenzen aus operativem Geschäft (Saldo) – 57 – 49
Wertberichtigungen auf Forderungen – 52 – 84
Aufwendungen aus Ergebnisbeteiligungsvereinbarungen – 39 – 26
Restrukturierungskosten – 22 – 48
Aufwendungen für nicht betriebstypische Leistungen – 15 – 20
Projektkosten – 11 – 16
Akquisitionskosten – 7 – 102
Übrige betriebliche Aufwendungen – 215 – 180
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 981 – 917

Die Integrations- und IT-Kosten in Höhe von 193 Mio. € (Vorjahr: 78 Mio. €) fielen für die globale Harmonisierung der IT-Landschaft sowie für die Zusammenführung von akquirierten und bestehenden Geschäften, im Geschäftsjahr 2016 vor allem im Rahmen der Sigma-Aldrich-Integration, an.

Von den Wertminderungen in Höhe von 134 Mio. € (Vorjahr: 128 Mio. €) entfielen 93 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) auf vertriebsbezogene Vermögenswerte, 19 Mio. € auf Produktionsanlagen und -technologien (Vorjahr: 0 Mio. €), 14 Mio. € (Vorjahr: 121 Mio. €) auf Vermögenswerte, die dem Bereich Forschung und Entwicklung zuzuordnen waren, und 2 Mio. € (Vorjahr: 7 Mio. €) auf den Verwaltungsbereich. Weiterhin wurden Wertminderungen in Höhe von 5 Mio. € (Vorjahr: 0 Mio. €) auf sonstige Finanzinstrumente, die der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ zugeordnet waren, vorgenommen. Weitere Angaben zu den Wertminderungen der immateriellen Vermögenswerte sind in der Anmerkung (16) „Immaterielle Vermögenswerte“ enthalten.

Die Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 22 Mio. € (Vorjahr: 48 Mio. €) entstanden vor allem im Rahmen des Transformations- und Wachstumsprogramms „Fit für 2018“. Diese Aufwendungen betrafen, wie auch im Vorjahr, überwiegend Personalmaßnahmen, wie beispielsweise den Abbau von Stellen zur Etablierung einer schlankeren und effizienteren Organisation.

In den übrigen betrieblichen Aufwendungen wurden unter anderem Umweltschutzkosten und den Funktionsbereichen nicht zuordenbare Personalaufwendungen ausgewiesen.

(13) Finanzergebnis

30 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Zinserträge und ähnliche Erträge 20 32
Zinsaufwendungen und ähnliche Aufwendungen – 277 – 292
Zinsaufwendungen aus Zinsderivaten – 13 – 11
Zinsergebnis – 270 – 271
     
Zinsanteil der Zuführung zu Pensionsrückstellungen und anderen langfristigen Rückstellungen – 52 – 46
Währungsdifferenzen aus Finanzierungstätigkeit – 4 – 40
Finanzergebnis – 326 – 357

In der Position „Währungsdifferenzen aus Finanzierungstätigkeit“ waren im Vorjahr im Wesentlichen Aufwendungen aus der Sicherung von konzerninternen Transaktionen in Fremdwährung enthalten. Diese Aufwendungen resultierten aus der Absicherung zu Terminkursen, während die konzerninternen Transaktionen zu Kassakursen bewertet wurden. Der Rückgang im Jahr 2016 war vor allem auf ein geringeres Sicherungsvolumen sowie veränderte Terminkursaufschläge zurückzuführen.

(14) Ertragsteuern

29 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Laufende Ertragsteuern der Periode – 671 – 705
Periodenfremde Ertragsteuern – 19 – 95
Latente Steuern der Periode 168 432
Ertragsteuern – 521 – 368

In der nachstehenden Tabelle wird von dem theoretischen Ertragsteueraufwand auf die Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung übergeleitet. Der theoretische Ertragsteueraufwand ergab sich aus der Anwendung des Steuersatzes einer Kapitalgesellschaft mit Sitz in Darmstadt in Höhe von 30,7 %.

31 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Ergebnis vor Ertragsteuern 2.154 1.487
     
Steuersatz Kapitalgesellschaft 30,7 % 30,7 %
Theoretischer Ertragsteueraufwand – 661 – 456
Steuersatzdifferenzen 235 151
Steuereffekt von Gesellschaften mit negativem Konzernbeitrag – 38 – 22
Periodenfremde Ertragsteuern – 19 – 95
Steueranrechnungen 4 521
Steuereffekte auf Verlustvorträge 1 16
Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen / steuerfreie Erträge / sonstige Steuereffekte – 43 – 482
     
Ertragsteuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung – 521 – 368
     
Steuerquote gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 24,2 % 24,8 %

Die Ertragsteuern beinhalten die Körperschaft- und Gewerbesteuer der inländischen Gesellschaften sowie vergleichbare Ertragsteuern ausländischer Gesellschaften.

Die höheren Steueranrechnungen des Vorjahres entstanden im Wesentlichen in den USA aufgrund der Berücksichtigung von Dividendenerträgen. Diese Dividendenerträge waren jedoch zugleich in den USA steuerpflichtig und der Steueraufwand wurde im Vorjahr in der Position „Steuereffekt durch nicht abzugsfähige Aufwendungen / steuerfreie Erträge / sonstige Steuereffekte“ gezeigt. Die periodenfremden Ertragsteuern des Vorjahres resultierten insbesondere aus der Zuführung zu Rückstellungen für Betriebsprüfungen im Geschäftsjahr 2015.

Die Überleitung der latenten Steuern in der Konzernbilanz einerseits und der latenten Steuern in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung andererseits stellte sich wie folgt dar:

22.5 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015 1
Veränderung aktiver latenter Steuern gemäß Konzernbilanz – 37 57
Veränderung passiver latenter Steuern gemäß Konzernbilanz 206 – 2.107
Veränderung erfolgsneutral gebildeter aktiver / passiver latenter Steuern – 85 41
Konsolidierungskreisänderungen / Wechselkursänderungen / sonstige Veränderungen 84 2.441
Latente Steuern gemäß Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 168 432
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung „Akquisitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“.

Die Verlustvorträge gliederten sich wie nachstehend aufgeführt:

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  31.12. 2016 31.12. 2015 1
in Mio. € Deutschland Ausland Gesamt Deutschland Ausland Gesamt
Verlustvorträge 88 959 1.047 22 1.184 1.206
Davon: Mit latentem Steueranspruch 13 322 335 5 469 474
Latenter Steueranspruch 2 74 76 119 119
Davon: Ohne latenten Steueranspruch 75 637 712 17 715 732
Theoretischer latenter Steueranspruch 11 156 167 3 181 184
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung „Akquisitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“.

Die Verringerung der Verlustvorträge im Ausland resultierte im Wesentlichen aus der Nutzung von Verlustvorträgen in den USA.

Eine Aktivierung von latenten Steuern auf Verlust- und Zinsvorträge erfolgt nur dann, wenn für Verlustvorträge unter 5 Mio. € ein Ausgleich innerhalb eines Jahres und für Verlustvorträge über 5 Mio. € ein Ausgleich innerhalb der nächsten drei Jahre wahrscheinlich ist.

Der überwiegende Teil der Verlustvorträge war entweder zeitlich unbegrenzt oder bis zu 20 Jahre nutzbar.

Durch die Nutzung von in Vorjahren nicht angesetzten steuerlichen Verlustvorträgen ergab sich im Jahr 2016 eine Verminderung der Ertragsteuerbelastung in Höhe von 1 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €).

Die latenten Steueransprüche und Steuerschulden entfielen auf folgende Bilanzposten:

32.5 KB EXCEL
31.12.2016 31.12.20151
in Mio. € Aktiva Passiva Aktiva Passiva
Immaterielle Vermögenswerte 71 2.724 80 2.940
Sachanlagen 25 114 23 169
Kurz- und langfristige finanzielle Vermögenswerte 4 11 10 12
Vorräte 589 14 627 27
Kurz- und langfristige Forderungen / sonstige Vermögenswerte 27 2 26 11
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 460 85 351 70
Kurz- und langfristige sonstige Rückstellungen 355 41 308 36
Kurz- und langfristige Verbindlichkeiten 106 13 125 20
Steuerliche Verlustvorträge 76 119
Steueranrechnungen / Sonstiges 50 467 164 427
Saldierung aktiver und passiver latenter Steuern – 751 – 751 – 784 -784
Latente Steuern gemäß Konzernbilanz 1.013 2.720 1.050 2.926
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung „Akquisitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“.

Neben den latenten Steueransprüchen auf Verlustvorträge in Höhe von 76 Mio. € (Vorjahr: 119 Mio. €) führten temporäre Unterschiede zu latenten Steueransprüchen in Höhe von 937 Mio. € (Vorjahr: 930 Mio. €).

Am Bilanzstichtag wurden für temporäre Unterschiede auf Anteile an Tochterunternehmen latente Steuern berücksichtigt, soweit diese geplante Dividendenausschüttungen betrafen und diesbezüglich eine Umkehr der Unterschiede absehbar war. Für die steuerlichen Mehr- und Minderbelastungen aufgrund von Dividendenausschüttungen wurden latente Steuerschulden von insgesamt 466 Mio. € (Vorjahr: 391 Mio. €) erfasst. Die temporären Unterschiede, bezogen auf thesaurierte Gewinne der Tochtergesellschaften, beliefen sich auf 5.669 Mio. € (Vorjahr: 5.248 Mio. €).

(15) Ergebnis je Aktie

Das unverwässerte Ergebnis je Aktie ergibt sich aus dem den Anteilseignern der Merck KGaA zustehenden Ergebnis nach Steuern, dividiert durch die gewichtete durchschnittliche Anzahl der theoretisch ausstehenden Aktien. Die theoretische Aktienzahl berücksichtigt, dass das Komplementärkapital nicht in Aktien verbrieft ist. Entsprechend der Unterteilung des Grundkapitals in Höhe von 168 Mio. € in 129.242.252 Aktien errechnete sich eine theoretische Aktienzahl von 305.535.626 Stück für das Komplementärkapital in Höhe von 397 Mio. €. Insgesamt ergaben sich somit 565 Mio. € beziehungsweise 434.777.878 theoretisch ausstehende Aktien. Die gewichtete durchschnittliche Aktienzahl im Jahr 2016 belief sich ebenfalls auf 434.777.878 Stück.

Zum Stichtag existierten keine potenziell verwässernd wirkenden Aktien. Das verwässerte Ergebnis je Aktie entsprach dem unverwässerten Ergebnis je Aktie.