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Sonstige Erläuterungen

(35) Derivative Finanzinstrumente

Die Derivateposition des Merck-Konzerns stellte sich wie folgt dar:

25.5 KB EXCEL
Nominalvolumen Beizulegender Zeitwert
in Mio. € 31.12.2016 31.12.2015 31.12.2016 31.12.2015
Bilanzielle Absicherung von Zahlungsströmen 2.741 2.161 – 91 – 90
Zinssicherung
Währungssicherung 2.741 2.161 – 91 – 90
Bilanzielle Absicherung des beizulegenden Zeitwerts
Zinssicherung
Währungssicherung
Ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 8.012 5.468 – 55 – 103
Zinssicherung 1.100 1.100 – 87 – 99
Währungssicherung 6.912 4.368 32 – 4
10.753 7.629 – 146 – 193

Innerhalb der bilanziellen Absicherung von Zahlungsströmen hatten Geschäfte zur Währungssicherung mit einem Nominalbetrag in Höhe von 1.795 Mio. € (Vorjahr: 1.387 Mio. €) eine Restlaufzeit von bis zu einem Jahr und Geschäfte mit einem Nominalbetrag in Höhe von 946 Mio. € (Vorjahr: 774 Mio. €) eine Restlaufzeit von mehr als einem Jahr.

Für die Derivate (Nominalvolumen) bestanden zum Bilanzstichtag folgende Restlaufzeiten:

23.5 KB EXCEL
in Mio. € Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Restlaufzeit
über 1 Jahr
Gesamt
31.12. 2016
Restlaufzeit
bis 1 Jahr
Restlaufzeit
über 1 Jahr
Gesamt
31.12. 2015
Devisentermingeschäfte 8.555 784 9.339 5.715 765 6.480
Devisenoptionen 153 162 314 40 9 49
Zinsswaps 1.100 1.100 1.100 1.100
8.707 2.046 10.753 5.755 1.874 7.629

Währungssicherungen dienen der wirtschaftlichen Absicherung des Währungsrisikos aus den folgenden Transaktionen:

  • geplante Transaktionen in nicht funktionaler Währung, die für die nächsten 36 Monate mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit erwartet werden,
  • bilanzunwirksame feste Kaufverpflichtungen der nächsten 36 Monate in nicht funktionaler Währung,
  • konzerninterne Finanzierungen in nicht funktionaler Währung sowie
  • Forderungen und Verbindlichkeiten in nicht funktionaler Währung.

Im Wesentlichen wurden Währungskursschwankungen der folgenden Währungen gegenüber dem Euro abgesichert:

21.5 KB EXCEL
Nominalvolumen in Mio. € 31.12.2016 31.12.2015
USD 5.031 3.674
CHF 1.211 402
JPY 800 458
CNY 717 480
GBP 576 312
TWD 406 343

Geplante Transaktionen und feste Kaufverpflichtungen in nicht funktionaler Währung werden durch Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen gesichert, die innerhalb der nächsten 36 Monate fällig sind. Insgesamt wurden geplante Transaktionen und feste Kaufverpflichtungen in nicht funktionaler Währung in Höhe von 2.741 Mio. € (Vorjahr: 1.921 Mio. €) abgesichert.

Alle Sicherungsgeschäfte für geplante Transaktionen und feste Kaufverpflichtungen in nicht funktionaler Währung stellten im Berichtsjahr bilanzielle Absicherungen von Zahlungsströmen dar.

Konzerninterne Finanzierungen sowie Forderungen und Verbindlichkeiten in nicht funktionaler Währung wurden ausschließlich mit Devisentermingeschäften gesichert. Insgesamt wurden Bilanzposten in Höhe von 6.912 Mio. € (Vorjahr: 4.608 Mio. €) gesichert. Die Sicherungsgeschäfte waren im Berichtsjahr hierbei ausschließlich rein wirtschaftliche Sicherungen ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang.

Zur Fixierung des Zinsniveaus einer Anleihe, die im August 2015 zu Refinanzierungszwecken in Höhe von 550 Mio. € begeben wurde, wurden in den Jahren 2012 und 2013 Forwardstarter-Payer-Zinsswaps mit einem Nominalvolumen von 550 Mio. € und Zinszahlungen von 2015 bis 2022 abgeschlossen. Diese Geschäfte stellten bis Mai 2015 bilanzielle Absicherungen von Zahlungsströmen dar. Mit dem Abschluss von spiegelbildlichen Gegengeschäften im Mai 2015 wurde die bilanzielle Absicherung freiwillig beendet. Daher wurde im Berichtsjahr ein Betrag in Höhe von 13 Mio. € (Vorjahr: 4 Mio. €) aus dem sonstigen Ergebnis unter der Bezeichnung „Umgliederung in die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung“ von „Derivativen Finanzinstrumenten“ in das Finanzergebnis umgegliedert. Sowohl die ursprünglichen Geschäfte als auch die Gegengeschäfte gehören nun der Kategorie „zu Handelszwecken gehalten“ an. Die Schwankungen des beizulegenden Zeitwerts zeigen sich spiegelbildlich in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung.

Im Vorjahr betrug der ineffektive Teil aus der bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen – 3 Mio. €. Im Geschäftsjahr 2016 ergaben sich keine Ineffektivitäten.

(36) Management von Finanzrisiken

Marktschwankungen von Währungskursen und Zinssätzen stellen signifikante Ergebnis- und Cash-Flow-Risiken für Merck dar. Merck aggregiert diese konzernweiten Risiken und steuert sie zentral, unter anderem durch die Nutzung von Derivaten. Zur Abschätzung von bestehenden Risiken aus Währungskurs- und Zinssatzschwankungen verwendet Merck Szenarioanalysen. Merck ist keiner wesentlichen Risikokonzentration aus Finanztransaktionen ausgesetzt.

Zur Absicherung von Risiken aus Zins- und Währungspositionen setzt Merck derivative Finanzinstrumente (im Folgenden Derivate) ein. Als Sicherungsinstrumente nutzt Merck marktgängige Devisentermingeschäfte, -optionen und Zinsswaps. Der Ausweis von Änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Derivate in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfolgt in Abhängigkeit von der Art des gesicherten Grundgeschäfts entweder im operativen Ergebnis oder im Finanzergebnis. Die Strategie zur Absicherung von Zins- und Währungsschwankungen aus geplanten zukünftigen und bereits bilanzwirksamen Transaktionen wird von einem hierfür eingesetzten und in regelmäßigen Abständen tagenden Risikokomitee festgelegt. Der Einsatz von Derivaten ist durch umfangreiche Richtlinien geregelt. Es gilt das Verbot der Spekulation. Die Abschlüsse von Derivaten unterliegen einer ständigen Risikokontrolle. Eine strikte Funktionstrennung von Handel, Abwicklung und Kontrolle ist sichergestellt. Derivate werden nur mit Banken guter Bonität abgeschlossen. Es erfolgt eine ständige Überwachung der damit verbundenen Ausfallrisiken.

Weitere Informationen zum Management von Finanzrisiken enthält der Risiko- und Chancenbericht im zusammengefassten Lagebericht.

Fremdwährungsrisiken

Aufgrund der internationalen Geschäftsausrichtung ist Merck sowohl im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit als auch im Rahmen von Finanzierungstätigkeiten währungsbedingten Transaktionsrisiken ausgesetzt. Um diese Risiken zu begrenzen oder zu eliminieren, werden unterschiedliche Strategien angewendet. Währungsrisiken aus bereits bilanzwirksamen Transaktionen werden so weit wie möglich durch den Einsatz von Devisentermingeschäften eliminiert. Währungsrisiken aus geplanten Transaktionen werden regelmäßig analysiert und gegebenenfalls durch Devisentermingeschäfte oder Devisenoptionen unter Anwendung der Vorschriften zur bilanziellen Abbildung von Sicherungsbeziehungen reduziert.

Der Merck-Konzern unterliegt Translationsrisiken, da viele Merck-Gesellschaften außerhalb des Euro-Währungsraums ansässig sind. Die Abschlüsse dieser Gesellschaften werden in Euro überführt. Durch Währungskursschwankungen verursachte Veränderungen aus der Translation der Vermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaften werden erfolgsneutral im Konzerneigenkapital abgebildet. In den folgenden Tabellen sind diese Effekte nicht berücksichtigt.

Folgende Tabelle stellt das Netto-Exposure des Merck-Konzerns in Bezug auf Wechselkursschwankungen der wesentlichen Währungen gegenüber dem Euro dar:

22.5 KB EXCEL
in Mio. € CHF CNY GBP JPY TWD USD
Netto-Exposure am 31.12. 2016 – 267 412 82 154 165 1.009
 
Netto-Exposure am 31.12. 2015 – 265 203 95 135 215 1.407

Hierbei setzt sich das Netto-Exposure der oben genannten Währungen jeweils aus den folgenden Komponenten zusammen:

  • Geplante Cash Flows der nächsten zwölf Monate in der jeweiligen Währung sowie
  • Derivate zur Absicherung dieser geplanten Cash Flows. In der Regel beträgt die Absicherungsquote 30 – 70 %.

Bilanzpositionen in den oben genannten Währungen waren im Berichtsjahr sowie im Vorjahr durch eingegangene Derivatepositionen vollständig ökonomisch abgesichert, wenn sie nicht der funktionalen Währung der jeweiligen Gesellschaft entsprachen. Demzufolge wirkten sie sich nicht auf das oben dargestellte Netto-Exposure aus.

In der folgenden Tabelle sind die Auswirkungen von Wechselkursschwankungen der wichtigsten Währungen gegenüber dem Euro in Bezug auf das Konzernergebnis und das Konzerneigenkapital am Bilanzstichtag dargestellt. Hierbei bleiben Effekte aus geplanten Cash Flows der nächsten zwölf Monate unberücksichtigt. Dagegen sind Effekte aus der bilanziellen Absicherung von geplanten Cash Flows im Konzerneigenkapital berücksichtigt und in der folgenden Tabelle enthalten.

23.5 KB EXCEL
in Mio. €
31.12. 2016
CHF CNY GBP JPY TWD USD
Wechselkurs + 10 %
(Aufwertung gegenüber €)
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzerneigenkapital 17 – 31 – 1 – 26 – 26 – 148
Wechselkurs – 10 %
(Abwertung gegenüber €)
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzerneigenkapital – 20 38 3 25 32 159
23.5 KB EXCEL
in Mio. €
31.12.2015
CHF CNY GBP JPY TWD USD
Wechselkurs + 10 %
(Aufwertung gegenüber €)
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzerneigenkapital 12 – 15 – 15 – 21 – 109
Wechselkurs – 10 %
(Abwertung gegenüber €)
Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Konzerneigenkapital – 15 19 17 25 133

Zinsrisiken

Das Exposure des Merck-Konzerns in Bezug auf Zinssatzänderungen setzt sich wie folgt zusammen:

22 KB EXCEL
in Mio. € 31.12. 2016 31.12. 2015
Kurzfristige oder variabel verzinsliche Geldanlagen 1.085 1.059
Kurzfristige oder variabel verzinsliche Geldaufnahmen – 4.587 – 5.800
Netto-Zinsexposure – 3.502 – 4.741

Die Effekte auf die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung sowie das Konzerneigenkapital aus einer parallelen Verschiebung der Zinskurve um + 100 oder – 100 Basispunkte, bezogen auf alle kurzfristigen oder variabel verzinslichen Geldanlagen und Geldaufnahmen, alle als „zur Veräußerung verfügbar“ kategorisierten Wertpapiere sowie alle Derivate sind in der folgenden Tabelle dargestellt:

22.5 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Marktzinsänderung + 100 Basispunkte – 100 Basispunkte + 100 Basispunkte – 100 Basispunkte
Auswirkungen in der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung – 36 22 – 47 23
Erfolgsneutrale Auswirkungen

Bei den hier durchgeführten Simulationsrechnungen wurde für wesentliche variabel verzinsliche Kreditverträge berücksichtigt, dass die risikofreie Zinskomponente (EURIBOR) bei 0 % nach unten begrenzt ist.

Marktzinsveränderungen haben keine erfolgsneutralen Auswirkungen, da zum einen eine bilanzielle Absicherung des Zinssatzes einer Anleihe, die im August 2015 zu Refinanzierungszwecken begeben wurde, bereits im Vorjahr mit Abschluss eines spiegelbildlichen Gegengeschäfts freiwillig beendet wurde. Zum anderen ist der Bestand an verzinslichen Wertpapieren analog zum Vorjahr zum Bilanzstichtag unwesentlich.

Aktienkursrisiken

Die an börsennotierten Unternehmen gehaltenen Aktien in Höhe von 8 Mio. € (Vorjahr: 16 Mio. €) unterliegen grundsätzlich einem Wertschwankungsrisiko des beizulegenden Zeitwerts. Eine Veränderung des allgemeinen Aktienmarktniveaus um 10 % hätte eine Auswirkung von 1 Mio. € (Vorjahr: 2 Mio. €) auf das Konzerneigenkapital zur Folge. Diese Wertveränderungen würden initial erfolgsneutral und zum Zeitpunkt der Veräußerung ergebniswirksam erfasst werden.

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko, das heißt das Risiko, dass Merck seinen Zahlungsverpflichtungen aus finanziellen Verbindlichkeiten nicht nachkommen kann, wird sowohl durch die Schaffung der notwendigen finanziellen Flexibilität als auch durch ein effektives Cash-Management begrenzt. Informationen zu den durch den Merck-Konzern begebenen Anleihen sowie weiteren Finanzierungsquellen sind der Anmerkung (27) „Finanzschulden / Kapitalmanagement“ zu entnehmen.

Liquiditätsrisiken werden regelmäßig überwacht und an das Management berichtet.

In den nachfolgenden Tabellen sind die vertraglich fixierten Zahlungen wie Tilgungen und Zinsen aus finanziellen Verbindlichkeiten und derivativen Finanzinstrumenten mit negativem beizulegenden Zeitwert sowie der Erfüllungsbetrag der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen dargestellt:

25.5 KB EXCEL
Cash Flows
< 1 Jahr
Cash Flows
1 – 5 Jahre
Cash Flows
> 5 Jahre
in Mio. €
31.12.2016
Buchwert Zins Tilgung Zins Tilgung Zins Tilgung
Anleihen und Commercial Paper 9.650 224 1.855 759 4.314 245 3.523
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 1.978 11 1.128 5 600 1 250
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.048 2.048
Verbindlichkeiten gegenüber
nahestehenden Unternehmen
1.215 1.215
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 478 464 14
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 80 6 22 10 55 2
Verbindlichkeiten aus Derivaten 233 18 95 70 34 17
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4 1 3
15.686 259 6.829 845 5.020 263 3.775
32.5 KB EXCEL
Cash Flows
< 1 Jahr
Cash Flows
1 – 5 Jahre
Cash Flows
> 5 Jahre
in Mio. €
31.12. 2015
Buchwert Zins Tilgung Zins Tilgung Zins Tilgung
Anleihen und Commercial Paper 9.851 237 1.272 852 4.201 401 4.429
Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.006 19 2.135 13 619 2 250
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 1.921 1.921
Verbindlichkeiten gegenüber
nahestehenden Unternehmen
1.031 1.031
Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 451 437 14
Darlehen von Dritten und sonstige Finanzschulden 89 6 27 11 60 3
Verbindlichkeiten aus Derivaten 244 17 126 65 14 26
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 5 2 3
16.599 279 6.951 941 4.911 428 4.682

Kreditrisiken

Merck begrenzt Kreditrisiken, indem Finanzkontrakte nur mit Banken und Industrieunternehmen guter Bonität abgeschlossen werden. Ferner führt die breit angelegte Geschäftsstruktur mit einer großen Anzahl verschiedener Kunden zu einer Kreditrisikodiversifikation im Merck-Konzern. Das Kreditrisiko aus Finanzkontrakten wird täglich auf Basis von Ratinginformationen sowie Marktinformationen über Credit-Default-Swapsätze überwacht.

Das Kreditrisiko von Kunden wird mittels etablierter Kreditmanagementprozesse, die die individuellen Kundenrisiken berücksichtigen, betrachtet. Dies geschieht insbesondere durch kontinuierliche Analysen der Altersstruktur der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Merck überprüft und überwacht kontinuierlich die offenen Positionen gegenüber allen Handelspartnern in den betroffenen Ländern und führt, sofern erforderlich, kreditreduzierende Maßnahmen durch. Bei Hinweisen darauf, dass einzelne Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht oder nicht vollständig werthaltig sind, werden entsprechende Wertberichtigungen zur Vorsorge für Kreditausfälle gebildet. Das theoretisch maximale Ausfallrisiko zum Berichtszeitpunkt entsprach den Nettobuchwerten abzüglich eventueller Kreditversicherungsentschädigungen.

Für finanzielle Vermögenswerte, die zum Abschlussstichtag weder überfällig noch wertgemindert waren, lagen keine Hinweise auf eine geminderte Werthaltigkeit vor.

(37) Sonstige Angaben zu Finanzinstrumenten

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Überleitung der Bilanzpositionen auf die nach IFRS 7 zu bildenden Klassen von Finanzinstrumenten und gibt Informationen zur Bewertung zum beizulegenden Zeitwert:

38 KB EXCEL
Folgebewertung nach IAS 39 Folgebewertung nach IAS 39
in Mio. € Buchwert 31.12.2016 Fortgeführte
Anschaffungskosten
Anschaffungskosten Beizulegender
Zeitwert
Wertansatz
nach IAS 17
Nicht
finanzielle
Posten
Beizulegender Zeitwert
31.12.2016 2
Buchwert
31.12.2015
Fortgeführte
Anschaffungskosten
Anschaffungskosten Beizulegender
Zeitwert
Wertansatz
nach IAS 17
Nicht
finanzielle
Posten
Beizulegender
Zeitwert
31.12.2015 2
Vermögenswerte
Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente 939 939 832 832
Kurzfristige finanzielle Vermögenswerte 145 44 101 227 33 194
Zu Handelszwecken gehalten (nicht derivativ)
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 59 59 59 33 33 33
Bis zur Endfälligkeit zu halten 30 30
Kredite und Forderungen 44 44 3 3
Zur Veräußerung verfügbar 43 43 43 162 162 162
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2.889 2.889 2.738 2.738
Kredite und Forderungen 2.889 2.889 2.738 2.738
Übrige kurz- und langfristige Vermögenswerte 1 805 277 12 516 628 155 14 459
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 1 1 1 2 2 2
Kredite und Forderungen 277 277 155 155
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 11 11 11 12 12 12
Nicht finanzielle Posten 1 516 516 459 459
Langfristige finanzielle Vermögenswerte 1 218 10 59 149 130 17 81 33
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 17 17 17 5 5 5
Bis zur Endfälligkeit zu halten
Kredite und Forderungen 10 10 17 17
Zur Veräußerung verfügbar 1 191 59 132 132 109 81 28 28
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang
 
Schulden
Kurz- und langfristige Finanzschulden 12.597 12.465 128 4 13.713 13.524 184 5
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 128 128 128 139 139 139
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 12.465 12.465 12.802 13.524 13.524 13.706
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 45 45 45
Verbindlichkeiten aus Finanzierungsleasing 4 4 5 5
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 2.048 2.048 1.921 1.921
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2.048 2.048 1.921 1.921
Übrige kurz- und langfristige Verbindlichkeiten 2.386 936 105 1.345 2.427 904 61 1.462
Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 3 3 3 3 3 3
Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 936 936 904 904
Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 102 102 102 57 57 57
Nicht finanzielle Posten 1.345 1.345 1.462 1.462
1
Vorjahreszahlen wurden angepasst, siehe Anmerkung „Akquisitionen sowie zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen“.
2
Für Angaben zu bestimmten beizulegenden Zeitwerten wurde die Erleichterungsvorschrift des IFRS 7.29(a) in Anspruch genommen.

Nettogewinne und -verluste aus Finanzinstrumenten umfassten im Wesentlichen Bewertungsergebnisse aus der Anpassungen an den beizulegenden Zeitwert, Wertminderungen und -aufholungen, Abgangsergebnisse sowie die Erfassung von Agien und Disagien. Dividenden und Zinsen wurden – außer in der Bewertungskategorie „zu Handelszwecken gehalten“ – nicht den Nettogewinnen und -verlusten aus Finanzinstrumenten zugerechnet. Zu der Bewertungskategorie „zu Handelszwecken gehalten“ zählten bei Merck nur Derivate, die sich nicht in einem bilanziellen Sicherungszusammenhang befanden.

Die Nettogewinne und -verluste der Finanzinstrumente nach Bewertungskategorien (ohne im sonstigen Ergebnis erfasste Beträge) stellten sich zum Berichtszeitpunkt wie folgt dar:

23.5 KB EXCEL
Nettogewinne und Nettoverluste
in Mio. €
2016
Zins-
ergebnis
Wert-
minderungen
Wert-
aufholungen
Anpassungen
beizulegender
Zeitwert
Abgangs-
ergebnis
Finanzinstrumente der Bewertungskategorie:
Zu Handelszwecken gehalten 69
Bis zur Endfälligkeit zu halten
Kredite und Forderungen 18 – 52 59
Zur Veräußerung verfügbar 2 – 5 34
Sonstige Verbindlichkeiten – 287
23.5 KB EXCEL
Nettogewinne und Nettoverluste
in Mio. €
2015
Zins-
ergebnis
Wert-
minderungen
Wert-
aufholungen
Anpassungen
beizulegender
Zeitwert
Abgangs-
ergebnis
Finanzinstrumente der Bewertungskategorie:
Zu Handelszwecken gehalten – 15
Bis zur Endfälligkeit zu halten 3
Kredite und Forderungen 18 – 84 40
Zur Veräußerung verfügbar 11 7 18
Sonstige Verbindlichkeiten – 314

Im Geschäftsjahr 2016 wurden Fremdwährungskursverluste aus operativen Forderungen und Verbindlichkeiten, diesbezüglichen ökonomischen Absicherungsgeschäften sowie Absicherungsgeschäften von geplanten operativen Transaktionen in Höhe von – 57 Mio. € (Vorjahr: Kursverluste von – 49 Mio. €) gebucht. Aus finanziellen Bilanzposten, deren ökonomischer Sicherung sowie Zeitwertschwankungen von Optionsgeschäften zur Absicherung von geplanten Transaktionen resultierten Fremdwährungskursverluste in Höhe von – 4 Mio. € (Vorjahr: Kursverluste in Höhe von – 40 Mio. €).

Der beizulegende Zeitwert von finanziellen Vermögenswerten und Schulden basiert auf offiziellen Kursen und quotierten Marktwerten zum Bilanzstichtag (Vermögenswerte und Schulden des Levels 1) sowie finanzmathematischen Berechnungsmodellen mit zum Bilanzstichtag am Markt beobachtbaren Inputfaktoren (Vermögenswerte und Schulden des Levels 2). Vermögenswerte des Levels 1 umfassten Aktien sowie Anleihen und gehörten der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ an, Schulden des Levels 1 umfassten begebene Anleihen und gehörten der Kategorie „sonstige Verbindlichkeiten“ an. Vermögenswerte und Schulden des Levels 2 umfassten im Wesentlichen Bankverbindlichkeiten der Kategorie „sonstige Verbindlichkeiten“, nicht börsennotierte Eigenkapitalinstrumente der Kategorie „zur Veräußerung verfügbar“ sowie Derivate mit und ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der in der Kategorie „sonstige Verbindlichkeiten“ enthaltenen Schulden erfolgte durch die Diskontierung zukünftiger Zahlungsströme mit am Markt beobachtbaren Zinssätzen. Die Berechnung des beizulegenden Zeitwerts von Devisentermingeschäften und Fremdwährungsoptionen erfolgte mithilfe am Markt beobachtbarer Kassa- und Terminkurse sowie Wechselkursvolatilitäten unter Verwendung anerkannter finanzmathematischer Verfahren. Die Bewertung von Zinsswaps basiert auf marktüblichen Bewertungsmodellen und am Markt verfügbaren Zinskurven. Die beizulegenden Zeitwerte der nicht börsennotierten Eigenkapitalinstrumente wurden aus beobachtbaren Preisen im Rahmen von Eigenkapitalrefinanzierungen abgeleitet.

Die Vermögenswerte des Levels 3 waren als „zur Veräußerung verfügbar“ kategorisiert. Sie umfassten eine Beteiligung an einer Personengesellschaft, bedingte Kaufpreisbestandteile aus der Veräußerung einer Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft sowie bedingte Kaufpreisbestandteile aus der Veräußerung der Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang mit dem Produkt Kuvan®. Darüber hinaus umfassten sie Eigenkapitalbeteiligungen an nicht börsennotierten Fonds. Die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligung an der Personengesellschaft erfolgte im Rahmen einer intern durchgeführten Bewertung durch die Anwendung des Discounted-Cash-Flow-Verfahrens. Hierbei fanden die erwarteten zukünftigen Zahlungsströme auf Basis der jüngsten Mittelfristplanung der Gesellschaft Berücksichtigung. Die Planung bezog sich auf einen Zeitraum von fünf Jahren. Zahlungsströme darüber hinausgehender Zeiträume wurden im Rahmen der Berechnung der ewigen Rente unter Verwendung einer langfristigen Wachstumsrate von 0,5 % (Vorjahr: 0,5 %) berücksichtigt. Der verwendete Diskontierungszinssatz nach Steuern lag bei 7,0 % (Vorjahr: 7,0 %). Die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der bedingten Kaufpreisbestandteile erfolgte, indem die erwarteten zukünftigen Meilensteinzahlungen mit entsprechenden Eintrittswahrscheinlichkeiten gewichtet und mit Diskontierungszinssätzen nach Steuern von 7,1 % abgezinst wurden. Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der Fondsbeteiligungen berücksichtigte die beizulegenden Zeitwerte der Unternehmen, an denen die Fonds beteiligt waren.

Schulden des Levels 3 beinhalteten bedingte Kaufpreisbestandteile aus der Akquisition einer Kapitalgesellschaft. Diese wurden unter den „sonstigen Verbindlichkeiten“ ausgewiesen und betrugen zum Bilanzstichtag 1 Mio. €.

Bei allen Bewertungen wurde das Kontrahentenrisiko berücksichtigt. Bei originären Finanzinstrumenten wie sonstigen Verbindlichkeiten oder zinstragenden Wertpapieren erfolgte dies in Form von risikoadäquaten Aufschlägen auf den Diskontierungszins; bei Derivaten erfolgte die Berücksichtigung in Form von Marktwertabschlägen, sogenannten Credit Valuation Adjustments und Debit Valuation Adjustments.

Die beizulegenden Zeitwerte von als „zur Veräußerung verfügbar“ kategorisierten Finanzinvestitionen in Eigenkapitalinstrumente mit einem Buchwert in Höhe von 59 Mio. € (Vorjahr: 81 Mio. €) konnten nicht zuverlässig ermittelt werden, da keine Preisnotierungen für identische Instrumente am aktiven Markt vorlagen und auch keine zuverlässige Schätzung der beizulegenden Zeitwerte vorgenommen werden konnte. Die Bewertung erfolgte zu Anschaffungskosten. Die Finanzinvestitionen beinhalteten im Wesentlichen Eigenkapitalbeteiligungen an verschiedenen Unternehmen. Eine Veräußerung dieser Finanzinstrumente ist derzeit nicht beabsichtigt. Informationen über einen Markt für diese Finanzinstrumente lagen dem Merck-Konzern nicht vor.

Die Beträge der zum beizulegenden Zeitwert bilanzierten Finanzinstrumente beziehungsweise der für Finanzinstrumente angegebenen beizulegenden Zeitwerte wurden folgendermaßen ermittelt:

23 KB EXCEL
in Mio. €
31.12.2016
Vermögenswerte Schulden
Bewertung durch offizielle Kurse und quotierte Marktwerte (Level 1) 54 9.058
Davon: Als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert 54
Davon: Als sonstige Verbindlichkeiten kategorisiert 9.058
Bewertung mithilfe am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 2) 134 3.978
Davon: Als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert 46
Davon: Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 11 102
Davon: Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 77 131
Davon: Als sonstige Verbindlichkeiten kategorisiert 3.744
Bewertung mithilfe nicht am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3) 75 1
Davon: Als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert 75
Davon: Als sonstige Verbindlichkeiten kategorisiert 1
23 KB EXCEL
in Mio. €
31.12.2015
Vermögenswerte Schulden
Bewertung durch offizielle Kurse und quotierte Marktwerte (Level 1) 178 9.022
Davon: Als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert 178
Davon: Als sonstige Verbindlichkeiten kategorisiert 9.022
Bewertung mithilfe am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 2) 51 4.928
Davon: Als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert
Davon: Derivate mit bilanziellem Sicherungszusammenhang 12 102
Davon: Derivate ohne bilanziellen Sicherungszusammenhang 39 142
Davon: Als sonstige Verbindlichkeiten kategorisiert 4.684
Bewertung mithilfe nicht am Markt beobachtbarer Inputfaktoren (Level 3) 12 1
Davon: Als zur Veräußerung verfügbar kategorisiert 12
Davon: Als sonstige Verbindlichkeiten kategorisiert 1

Die Entwicklung der in Level 3 eingestuften und zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte und Schulden stellte sich wie folgt dar:

30.5 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Nettobuchwerte am 1.1. 11 11
Zugänge durch Akquisition / Veräußerungen 46 – 1
Umgruppierungen in Level 3 aus vorheriger Bewertung zu Anschaffungskosten / Level 1 / Level 2 16
Änderungen des beizulegenden Zeitwerts
In der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung erfasste Gewinne (+) / Verluste (–) 4
In der Konzerngesamtergebnisrechnung erfasste Gewinne (+) / Verluste (–) – 3 1
Abgänge durch Veräußerungen
Umgruppierungen aus Level 3 in Level 1 / Level 2
Nettobuchwerte am 31.12. 74 11

Erfolgsneutral erfasste Gewinne und Verluste von Vermögenswerten des Levels 3 wurden unter der Bezeichnung „Anpassung an Marktwerte“ von „zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten“ im sonstigen Ergebnis in der Konzerngesamtergebnisrechnung ausgewiesen. Eine Erhöhung des bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts der Beteiligung an einer Personengesellschaft berücksichtigten Diskontierungszinssatzes um einen Prozentpunkt hätte zu einer Verminderung des sonstigen Ergebnisses um 2 Mio. € geführt. Demgegenüber hätte eine Verringerung des Diskontierungszinssatzes um einen Prozentpunkt zu einer Erhöhung des sonstigen Ergebnisses um 3 Mio. € geführt. Eine Erhöhung oder Verminderung des Diskontierungszinssatzes, der für die Berechnung der beizulegenden Zeitwerte der bedingten Kaufpreisbestandteile verwendet wurde, hätte keinen wesentlichen Einfluss auf das sonstige Ergebnis gehabt, da die entsprechenden Berechnungen von einem begrenzten Planungshorizont ausgehen und die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte mithin keine Berechnung einer ewigen Rente beinhaltet.

Eine bilanzielle Saldierung von Finanzinstrumenten ist nicht möglich; eine wirtschaftliche Saldierung ist ausschließlich bei Derivaten möglich. Diese Möglichkeit resultiert aus den Rahmenverträgen zum Derivatehandel, die Merck mit Geschäftsbanken abschließt. Eine bilanzielle Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten findet bei Merck keine Anwendung.

Die nachfolgende Tabelle stellt das potenzielle Saldierungsvolumen bei den ausgewiesenen derivativen finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten dar:

23 KB EXCEL
Potenzielles Saldierungsvolumen
in Mio. €
31.12.2016
Bruttoausweis Saldierung Nettoausweis aufgrund von Globalnettingvereinbarungen im Zusammenhang mit finanziellen Sicherheiten Potenzieller Nettobetrag
Derivative finanzielle Vermögenswerte 88 88 64 24
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten – 233 – 233 – 64 – 170
23 KB EXCEL
Potenzielles Saldierungsvolumen
in Mio. €
31.12.2015
Bruttoausweis Saldierung Nettoausweis aufgrund von Globalnettingvereinbarungen im Zusammenhang mit finanziellen Sicherheiten Potenzieller Nettobetrag
Derivative finanzielle Vermögenswerte 51 51 46 5
Derivative finanzielle Verbindlichkeiten – 245 – 245 – 46 – 199

(38) Eventualverbindlichkeiten

21.5 KB EXCEL
in Mio. € 31.12.2016 31.12.2015
Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten und Steuersachverhalten 73 64
Bürgschaften / Gewährleistungsverträge 2 1

Eventualverbindlichkeiten aus Rechtsstreitigkeiten umfassten potenzielle Verpflichtungen, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses zum Bilanzstichtag nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung war. Diese betrafen überwiegend privatrechtliche, umweltrechtliche und kartellrechtliche Verpflichtungen. Bei den potenziellen privatrechtlichen Verpflichtungen handelte es sich im Wesentlichen um mögliche Schadenersatzverpflichtungen infolge einer wettbewerbsrechtlichen Rechtsstreitigkeit. Es bestand die nicht unwahrscheinliche Möglichkeit, dass an Merck, sollte es zu einer rechtskräftigen wettbewerbsrechtlichen Verurteilung kommen, Schadenersatzforderungen von Krankenversicherungen aufgrund überhöhter Medikamentenpreise gestellt werden.

Daneben bestanden Eventualverbindlichkeiten aus verschiedenen Rechtsstreitigkeiten mit dem US-amerikanischen Unternehmen Merck & Co. (außerhalb der USA und Kanada: Merck Sharp & Dohme (MSD)), unter anderem wegen Verletzung der zwischen den Unternehmen bestehenden Koexistenzvereinbarung und / oder Kennzeichenrechtsverletzung bezüglich der Verwendung des Kennzeichens „Merck“, bei denen die Wahrscheinlichkeit eines Ressourcenabflusses – mit Ausnahme von Kosten der Rechtsverteidigung – zum Bilanzstichtag nicht hinreichend für die Bildung einer Rückstellung war. Da eine verlässliche Quantifizierung der Eventualverbindlichkeit aus diesen Rechtsstreitigkeiten am Bilanzstichtag nicht möglich war, wurde dieser Sachverhalt in der oben dargestellten Tabelle nicht berücksichtigt.

Eventualverbindlichkeiten aus Steuersachverhalten enthielten verschiedene ausländische einkommens- sowie nicht einkommensbezogene Steuersachverhalte, die vor allem konzerninterne Geschäftsübertragungen betrafen, aber auch Rechtsstreitigkeiten umfassten, die auf steuerrechtliche Gewinnermittlungen, Zollregelungen, Verbrauchsteuersachverhalte und Transferpreisanpassungen zurückzuführen waren.

(39) Sonstige finanzielle Verpflichtungen

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen gliederten sich wie folgt:

22 KB EXCEL

in Mio. €
31.12.2016 31.12.2015
Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
sowie zur Entrichtung von Zahlungen aus Kollaborationsvereinbarungen
2.826 3.021
Verpflichtungen zum Erwerb von Sachanlagen 187 109
Künftige Zahlungen aus Operating-Leasing 362 344
Langfristige Abnahmeverpflichtungen 309 384
Übrige finanzielle Verpflichtungen 208 35
3.891 3.892

Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestanden insbesondere aufgrund bedingter Kaufpreisbestandteile und im Rahmen von Kooperationen zur Forschung und Entwicklung. Hier ist Merck Verpflichtungen zu Meilensteinzahlungen bei Erreichen von bestimmten Zielen eingegangen. In dem unwahrscheinlichen Fall, dass alle Vertragspartner sämtliche Meilensteine erreichen, müsste Merck bis zu 1.456 Mio. € (Vorjahr: 1.544 Mio. €) für den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten zahlen.

Darüber hinaus wurden im Rahmen von Kollaborationsvereinbarungen vereinzelt Forschungs- und Entwicklungs- oder Kommerzialisierungsbudgets vertraglich fixiert, auf deren Basis Merck durch Kollaborationspartner zur Entrichtung von Zahlungen in Höhe von bis zu 1.370 Mio. € (Vorjahr: 1.477 Mio. €) verpflichtet werden kann.

Die erwarteten Fälligkeiten dieser Verpflichtungen stellten sich wie folgt dar:

22 KB EXCEL
in Mio. € 31.12.2016 31.12.2015
Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten
sowie zur Entrichtung von Zahlungen aus Kollaborationsvereinbarungen:
innerhalb von 1 Jahr 263 258
in 1 – 5 Jahren 1.176 1.219
nach mehr als 5 Jahren 1.387 1.544
2.826 3.021

Der Anstieg der übrigen finanziellen Verpflichtungen ist vor allem auf einen abgeschlossenen Gebäudemietvertrag zurückzuführen, dessen Vertragslaufzeit im Geschäftsjahr 2017 beginnen wird.

Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen werden zum Nominalwert dargestellt.

Die Fälligkeiten der Verpflichtungen aus Leasingvereinbarungen ließen sich wie folgt unterteilen:

22.5 KB EXCEL
in Mio. €
31.12. 2016
Innerhalb
von 1 Jahr
In 1 – 5 Jahren Nach mehr
als 5 Jahren
Gesamt
Barwert der künftigen Leasingraten aus Finance-Leasing 1 2 4
Zinsanteil Finance-Leasing
Künftige Zahlungen aus Finance-Leasing 2 2 4
 
Künftige Zahlungen aus Operating-Leasing 112 221 29 362
23 KB EXCEL
in Mio. €
31.12. 2015
Innerhalb
von 1 Jahr
In 1 – 5 Jahren Nach mehr
als 5 Jahren
Gesamt
Barwert der künftigen Leasingraten aus Finance-Leasing 2 3 5
Zinsanteil Finance-Leasing
Künftige Zahlungen aus Finance-Leasing 2 3 5
 
Künftige Zahlungen aus Operating-Leasing 99 207 38 344

Operating-Leasing-Verträge betrafen im Wesentlichen Leasingverhältnisse zur Miete von Immobilien, Fahrzeugen des Fuhrparks sowie Betriebs- und Geschäftsausstattung. Die aus operativen Leasingverträgen resultierenden Zahlungen betrugen 132 Mio. € (Vorjahr: 113 Mio. €) und wurden in der Berichtsperiode als Aufwand erfasst.

(40) Personalaufwand / Anzahl Mitarbeiter

Der Personalaufwand setzte sich wie folgt zusammen:

29.5 KB EXCEL
in Mio. € 2016 2015
Löhne und Gehälter 3.575 2.993
Soziale Abgaben und Aufwendungen für Unterstützung 555 432
Aufwendungen für Altersversorgung 226 210
4.356 3.634

Zum 31. Dezember 2016 zählten 50.414 Mitarbeiter zum Merck-Konzern (Vorjahr: 49.613 Mitarbeiter). Im Jahresdurchschnitt waren 50.439 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 41.511 Mitarbeiter). Der Anstieg war im Wesentlichen auf die am 18. November 2015 abgeschlossene Übernahme der Sigma-Aldrich Corporation, USA, zurückzuführen.

Die Aufteilung der Mitarbeiter auf die verschiedenen Funktionsbereiche war wie folgt:

22 KB EXCEL
Durchschnittliche Anzahl Mitarbeiter 2016 2015
Produktion 14.829 11.563
Logistik 3.955 2.581
Marketing und Vertrieb 14.887 12.871
Verwaltung 8.190 6.763
Forschung und Entwicklung 6.249 5.097
Infrastruktur und Sonstiges 2.329 2.636
50.439 41.511

(41) Materialaufwand

Der Materialaufwand im Jahr 2016 betrug 2.358 Mio. € (Vorjahr: 1.737 Mio. €) und wurde überwiegend in den Herstellungskosten ausgewiesen.

(42) Aufwand für Abschlussprüfer

Der Aufwand für den Konzernabschlussprüfer des Merck-Konzerns (KPMG) setzte sich wie folgt zusammen:

24 KB EXCEL
2016 2015
in Mio. € Merck-Konzern Davon: KPMG Deutschland Merck-Konzern Davon: KPMG Deutschland
Abschlussprüfungen 8,2 2,2 7,9 2,2
Sonstige Bestätigungsleistungen 0,3 0,2 1,0 0,8
Steuerberatungsleistungen 0,7 0,5 0,9 0,5
Sonstige Leistungen 1,4 1,3 1,2 0,9
10,6 4,2 11,0 4,4

(43) Corporate Governance

Die Entsprechenserklärung nach § 161 Aktiengesetz wurde im März 2016 auf der Website www.merckgroup.com/investoren Corporate Governance aktualisiert veröffentlicht und damit dauerhaft zugänglich gemacht.

(44) Unternehmen, die von der Befreiung gemäß § 264 Absatz 3 HGB beziehungsweise § 264bHGB Gebrauch machen

Folgende in diesen Konzernabschluss einbezogene Tochterunternehmen machten von der Befreiungsmöglichkeit Gebrauch:

Allergopharma GmbH & Co. KG, Reinbek

Allergopharma Verwaltungs GmbH, Darmstadt

Biochrom GmbH, Berlin

Chemitra GmbH, Darmstadt

Litec-LLL GmbH, Greifswald

Merck Accounting Solutions & Services Europe GmbH, Darmstadt

Merck Chemicals GmbH, Darmstadt

Merck Consumer Health Holding GmbH, Darmstadt

Merck Export GmbH, Darmstadt

Merck Life Science GmbH, Eppelheim

Merck Selbstmedikation GmbH, Darmstadt

Merck Serono GmbH, Darmstadt

Merck Versicherungsvermittlung GmbH, Darmstadt

(45) Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Personen und Unternehmen

Nahestehend zum Merck-Konzern sind die E. Merck KG, die Emanuel-Merck-Vermögens-KG und die E. Merck Beteiligungen KG. Grundsätzlich sind auch direkte oder indirekte Tochtergesellschaften der Merck KGaA, assoziierte Gesellschaften des Merck-Konzerns, unter Beteiligung des Merck-Konzerns gemeinschaftlich geführte Gesellschaften sowie Pensionsfonds, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 zu klassifizieren sind – wozu auch die Gesellschaften Merck Capital Asset Management Ltd., Malta, und Merck Pensionstreuhandverein e. V. zählen –, nahestehende Unternehmen im Sinne von IAS 24. Des Weiteren sind die Mitglieder der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats der Merck KGaA, des Vorstands und des Gesellschafterrats der E. Merck KG sowie ihre nahen Familienangehörigen nahestehende Personen.

Zum 31. Dezember 2016 bestanden Verbindlichkeiten der Merck Financial Services GmbH, der Merck KGaA und der Merck & Cie, Schweiz, gegenüber der E. Merck KG in Höhe von 1.186,3 Mio. € (Vorjahr: 1.031,2 Mio. €). Ferner bestanden per 31. Dezember 2016 Forderungen der Merck KGaA gegenüber der E. Merck Beteiligungen KG in Höhe von 123,7 Mio. € (Vorjahr: 35,4 Mio. €), der Merck Financial Services GmbH gegenüber der Merck Capital Asset Management Ltd., Malta, in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) und dem Merck Pensionstreuhandverein e. V. in Höhe von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €). Die Salden resultierten im Wesentlichen aus den Ergebnisabführungen der Merck & Cie, Schweiz, an die E. Merck KG sowie den gegenseitigen Ergebnisabführungen zwischen der Merck KGaA und der E. Merck KG. Sie enthielten Finanzverbindlichkeiten in Höhe von 729,2 Mio. € (Vorjahr: 577,8 Mio. €) und Finanzforderungen in Höhe von 2,5 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €), die zu marktüblichen Konditionen verzinst wurden. Für keinen der Salden bestanden Besicherungen oder Garantien; weder zugunsten noch zulasten des Merck-Konzerns.

Von Januar bis Dezember 2016 erbrachte die Merck KGaA Dienstleistungen für die E. Merck KG im Wert von 1,0 Mio. € (Vorjahr: 0,9 Mio. €), für die E. Merck Beteiligungen KG im Wert von 0,1 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) und für die Emanuel-Merck-Vermögens-KG im Wert von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,2 Mio. €). Im gleichen Zeitraum erbrachte die E. Merck KG Dienstleistungen für die Merck KGaA im Wert von 0,5 Mio. € (Vorjahr: 0,5 Mio. €).

Gegenüber den zum 29. Februar 2016 entkonsolidierten venezolanischen Gesellschaften (siehe Anmerkung (3) „Entwicklung des Konsolidierungskreises“) bestanden zum 31. Dezember 2016 Forderungen mit einem Buchwert nach Wertberichtigungen in Höhe von 25,7 Mio. € und Verbindlichkeiten in Höhe von 24,2 Mio. €. Merck nimmt keine kommerziellen Lieferungen an die venezolanischen Gesellschaften mehr vor. Aus ethischen Gründen wurden Patienten in Venezuela lebensnotwendige Medikamente zur Behandlung von Krebs und Multipler Sklerose in bestimmtem Umfang zugänglich gemacht, für die erst bei Geldeingang Erlöse erfasst werden und die folglich nicht in den genannten Forderungen enthalten waren. Aus diesen Lieferungen und Leistungen erzielte der Merck-Konzern von März bis Dezember 2016 Erlöse in Höhe von 0,4 Mio. €. Für die Lieferungen und Leistungen entstanden im gleichen Zeitraum Herstellungskosten von 13,7 Mio. €.

Gegenüber nicht konsolidierten Tochtergesellschaften bestanden zum 31. Dezember 2016 Forderungen in Höhe von 18,8 Mio. € (Vorjahr: 15,5 Mio. €) und Verbindlichkeiten in Höhe von 12,1 Mio. € (Vorjahr: 10,5 Mio. €). Mit diesen Gesellschaften erzielte der Merck-Konzern von Januar bis Dezember 2016 Erlöse in Höhe von 0,9 Mio. € (Vorjahr: 0,8 Mio. €). Im gleichen Zeitraum fielen durch Transaktionen mit diesen Gesellschaften Aufwendungen in Höhe von 6,1 Mio. € (Vorjahr: 1,7 Mio. €) an.

Angaben zu Pensionsfonds, die als leistungsorientierte Pläne gemäß IAS 19 zu klassifizieren sind, können den Angaben in der Anmerkung (25) „Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen“ entnommen werden. Weitere wesentliche Geschäftsvorfälle mit diesen Pensionsfonds lagen nicht vor.

Wesentliche Geschäfte, wie etwa die Erbringung von Dienstleistungen oder die Gewährung von Darlehen, zwischen Gesellschaften des Merck-Konzerns und Mitgliedern der Geschäftsleitung oder des Aufsichtsrats der Merck KGaA, des Vorstands oder des Gesellschafterrats der E. Merck KG sowie ihren nahen Familienangehörigen fanden im Geschäftsjahr 2016 nicht statt.

(46) Bezüge der Geschäftsleitung und des Aufsichtsrats

Die Bezüge der Geschäftsleitung der Merck KGaA werden vom Komplementär E. Merck KG getragen und in dessen Gewinn- und Verlustrechnung als Aufwand erfasst. Für Januar bis Dezember 2016 wurden für Mitglieder der Geschäftsleitung der Merck KGaA fixe Bezüge in Höhe von 6,6 Mio. € (Vorjahr: 6,5 Mio. €), variable Bezüge in Höhe von 16,8 Mio. € (Vorjahr: 22,3 Mio. €) und Nebenleistungen in Höhe von 0,2 Mio. € (Vorjahr: 0,3 Mio. €) erfasst. Weiterhin waren für den „Long-Term Incentive Plan“ in den Zuführungen zu den Rückstellungen der E. Merck KG 12,5 Mio. € (Vorjahr: 9,9 Mio. €) sowie in den Zuführungen zu den Pensionsrückstellungen der E. Merck KG ein laufender Dienstzeitaufwand in Höhe von 2,8 Mio. € (Vorjahr: 4,2 Mio. €) und ein nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand in Höhe von 3,5 Mio. € (Vorjahr: 0,0 Mio. €) für Mitglieder der Geschäftsleitung der Merck KGaA enthalten.

Die Bezüge des Aufsichtsrats in Höhe von 869,0 T € (Vorjahr: 881,0 T €) setzten sich aus 822,5 T € (Vorjahr: 822,5 T €) fixen Bestandteilen und 46,5 T € (Vorjahr: 58,5 T €) Sitzungsgeld zusammen.

Weitere individualisierte Angaben und Erläuterungen befinden sich im Vergütungsbericht auf den Seiten 160 ff.

(47) Angaben zu Aufstellung und Freigabe

Die Geschäftsleitung der Merck KGaA hat den Konzernabschluss am 14. Februar 2017 aufgestellt und zur Weitergabe an den Aufsichtsrat freigegeben. Der Aufsichtsrat hat die Aufgabe, den Konzernabschluss zu prüfen und zu erklären, ob er ihn billigt.

(48) Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Am 11. Januar 2017 gab Merck den Abschluss einer Lizenzvereinbarung mit Vertex Pharmaceuticals Inc., Boston, USA, (Vertex) bekannt. Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Vertex die weltweite Entwicklung und Vermarktung von vier Forschungs- und Entwicklungsprogrammen mit neuartigen Ansätzen in der Krebstherapie auf Merck übertragen. Im Gegenzug wird Merck eine Vorauszahlung in Höhe von 230 Mio. US-Dollar (218 Mio. € auf Basis des Umrechnungskurses vom 11. Januar 2017) leisten. Des Weiteren ist Merck verpflichtet, Lizenzgebühren auf zukünftige Produktumsätze zu entrichten.

Am 6. Februar 2017 hat Merck eine vertragliche Vereinbarung abgeschlossen, nach der Merck eine Einmalzahlung zur Abgeltung zukünftig fälliger Lizenzzahlungen erhalten wird. Merck wird aus dieser vertraglichen Vereinbarung im Jahr 2017 einen Zahlungsmittelzufluss in Höhe von 123 Mio. US-Dollar (114 Mio. € auf Basis des Umrechnungskurses vom 6. Februar 2017) vereinnahmen, der zu einem entsprechenden Ertrag im Unternehmensbereich Healthcare führen wird.

Weitere Ereignisse nach dem Bilanzstichtag von besonderer Bedeutung, von denen ein wesentlicher Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Merck-Konzerns zu erwarten ist, sind nicht eingetreten.