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Nach vorn
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David Yeandle zählt zu den weltweit rund 2,3 Millionen Menschen, die an Multipler Sklerose (MS) leiden. Er hat seinen Weg gefunden, mit der Krankheit zu leben.

„Manchmal muss man sich die Hände schmutzig machen, um etwas zu erreichen“, sagt David Yeandle und grinst schelmisch. Ihm ist bewusst, dass dieser Spruch auch in einen Mafiafilm passen würde. Doch der 63-Jährige sieht gar nicht aus wie ein Pate. Im Gegenteil. Der freundliche Mann aus der Nähe der südenglischen Hafenstadt Southampton beschreibt mit dem vieldeutigen Motto seinen persönlichen Umgang mit seiner Krankheit – Multipler Sklerose (MS). „Als Junge half ich meinem Großvater oft auf seinem Bauernhof, und bis heute liebe ich die Gartenarbeit. Mit der Metapher meine ich, dass man sowohl in der Natur als auch im Leben mit MS Kraft und Geduld investieren muss, um Fortschritte zu erzielen“, erklärt Yeandle. Die ersten Anzeichen der Krankheit kommen vor rund zehn Jahren. David Yeandle arbeitet damals als Abteilungsleiter in einer Organisation, die die Interessen der verarbeitenden Industrie in Großbritannien gegenüber der Regierung vertritt – mit randvollem Kalender, großem Engagement und vielen Reisen in Europa. „Ich hatte es oft eilig, stolperte aber plötzlich immer häufiger über Bürgersteige. Meine Schuhe waren schon richtig abgewetzt“, erinnert sich Yeandle. Nachdem er mehrmals beim Ein- oder Aussteigen der U-Bahn gestürzt war, konsultiert er einen Arzt. Dieser vermutet sofort, dass es sich um MS handeln könnte. „Da war ich fast erleichtert, denn ich befürchtete schon, es könnte ein Gehirntumor sein. Außerdem kannte ich die Krankheit, weil meine Schwester seit mehr als 30 Jahren an MS leidet.“ Zur sicheren Diagnose sind mehrere Tests erforderlich. Es ist jedoch Weihnachtszeit, die Ergebnisse ziehen sich daher monatelang hin. „Diese Ungewissheit lähmte mich psychisch. Und auch körperlich ging es mir immer schlechter, das Treppensteigen war nach einem erneuten Schub eine echte Qual“, so Yeandle.

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der die Markscheiden im zentralen Nervensystem (ZNS) angegriffen sind.

Doch als der Befund dann endlich auf „schubförmig verlaufende MS“ lautet, schaut er nach vorn und entwickelt neue Energie. Yeandle nimmt die Krankheit als Herausforderung – und ist sozusagen bereit, sich die Hände schmutzig zu machen. Er informiert sich umfassend, besucht einen Patienten-Workshop und ist positiv überrascht über die vielfältigen Behandlungsmöglichkeiten. Sein Arzt verordnet ihm das Medikament Rebif ®von Merck, das er sich dreimal wöchentlich selbst injiziert. Das Spritzen selbst findet er völlig unproblematisch. „Anfangs nahm ich das Medikament abends, da bekam ich leichte grippeähnliche Symptome. Dann wechselte ich auf den Rat meiner MS-Krankenschwester zur morgendlichen Einnahme und hatte keine derartigen Nebenwirkungen mehr“, erinnert sich Yeandle. Das Medikament wirkt und sein Zustand bleibt stabil, ohne weitere Schübe. Dennoch stellt sich bald die Frage, ob er seinen stressigen Job trotz MS weitermachen kann: „Mein Arbeitgeber zeigte großes Verständnis für meine Situation. Aber die für MS charakteristische plötzlich auftretende Müdigkeit ist im beruflichen Alltag nur schwer zu bewältigen. Und meistens war ich am Freitag so erledigt, dass ich mich das ganze Wochenende erholen musste.“ Nach einem dreiviertel Jahr zieht Yeandle die Konsequenz und geht in den vorzeitigen Ruhestand. Die ersten Monate genießt er die Ruhe. „Doch es ist wie im Garten. Wenn man nichts tut, dann wächst das Unkraut“, sagt er lachend. So findet er neue Aufgaben, die ihn ausfüllen - zum Beispiel als freiberuflicher Unternehmensberater für Beschäftigungsfragen und für die Vereinten Nationen. Seit mehreren Jahren ist Yeandle somit wieder viel beschäftigt und viel unterwegs. Doch bei weitem nicht in dem rasanten Tempo, das er vor seiner Krankheit an den Tag legte. „Ich sehe heute alles etwas entspannter und versuche meine Kräfte durch regelmäßige Ruhepausen einzuteilen – das tut mir gut. Denn ich habe gelernt: Mit MS muss man seinen Körper pflegen wie eine wertvolle Pflanze.“

„Manchmal muss man sich die Hände schmutzig machen, um etwas zu erreichen.“

David Yeandle

Entzündungen hemmen

Merck hat langjährige Erfahrung in der medikamentösen Behandlung von Autoimmunerkrankungen wie MS – und neue Therapieoptionen in der Pipeline. Multiple Sklerose (MS) ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung des zentralen Nervensystems. Sie trifft häufig junge Erwachsene, kann aber auch in höherem Alter auftreten. Frauen erkranken etwa doppelt so häufig wie Männer. Häufige Symptome sind Sehstörungen, Taubheit oder Kribbeln in den Gliedmaßen sowie Kraftlosigkeit und Koordinationsprobleme. Der Erkrankungsverlauf ist nicht vorhersehbar. Am weitesten verbreitet ist die schubförmig verlaufende MS. Dabei kommt es zu episodischen Krankheitssymptomen, die spontan oder unter Therapie wieder abnehmen. Bei etwa der Hälfte der Patienten geht der schubförmige Verlauf in einen fortschreitenden Verlauf über. Bislang sind die Ursachen der Krankheit nicht völlig geklärt. Der Krankheitsverlauf besteht aus einer Autoimmunreaktion gegen die Nerven im Körper: Entzündungs- und Abwehrzellen greifen fälschlicherweise körpereigene Strukturen an. MS ist bisher nicht heilbar, aber mit Medikamenten behandelbar. Mit Rebif ®(Interferon beta-1a) bietet Merck ein krankheitsmodifizierendes Medikament zur Behandlung der schubförmigen MS an. Rebif ®reduziert nachweislich Krankheitsprogression, Schubrate sowie Ausdehnung und Aktivität der mittels Kernspintomographie sichtbaren Läsionen. Das Medikament wurde 1998 in Europa und 2002 in den USA zugelassen und ist in mehr als 90 Ländern weltweit registriert. Im Januar 2012 genehmigte die Europäische Kommission die Indikationserweiterung zur Anwendung bei Multipler Sklerose im Frühstadium. „Wir sehen bei der medikamentösen Behandlung von MS noch Potenzial in der Verbesserung der Wirksamkeit, Dosierung, Ansprechdauer und Sicherheit, um die Lebensqualität der Patienten dauerhaft zu erhöhen. Und wir hoffen, dass wir mit unseren Cladribin-Tabletten einen

Weltweit leiden rund 2,3 Millionen Menschen an Multipler Sklerose (MS).

Simone Favre-Zimmerli,

Ph. D., Senior Scientist

„Wir arbeiten sowohl an neuen Therapiemethoden als auch an der Möglichkeit, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder zu verlangsamen.“

Fortschritt erreichen werden‟, sagt Dr. Andrew Galazka, der das globale Cladribin Forschungs- und Entwicklungsprogramm im Biopharmageschäft von Merck leitet. Bei dem Präparat Cladribin-Tabletten handelt es sich um ein orales Medikament, das selektiv und periodisch auf Lymphozyten abzielt, die maßgeblich am Krankheitsgeschehen von MS beteiligt sein sollen. Cladribin-Tabletten befinden sich derzeit in der klinischen Prüfung. Bisherige Studien ergaben, dass die einmalige Einnahme dieses Medikaments für rund zwei Wochen Einnahme von Cladribin-Tabletten die lang anhaltende Verringerung der Schubraten bewirken kann. „Die Ergebnisse zeigen, dass die positive Wirkung von Cladribin auf die Schubrate bei den meisten Patienten für zwei weitere Jahre lang erhalten werden kann, ohne dass eine erneute Verabreichung erforderlich ist“, sagte Dr. Giancarlo Comi, Professor für Neurologie, Vorsitzender der Klinik für Neurologie und Leiter des Instituts für experimentelle Neurologie am wissenschaftlichen Institut San Raffaele der Universität Vita-Salute San Raffaele in Mailand und leitender Prüfarzt der Studien. Dies würde für Patienten eine enorme Erleichterung im Alltag bedeuten. „Die Langzeitdaten von Cladribin-Tabletten bestätigen das Nutzen-Risiko-Profil dieses Medikaments und eröffnen die mögliche Anwendung als Induktionstherapie bei Patienten mit aktiver schubförmiger MS. Ich denke, dass die Induktionstherapie, also die kurzzeitige hochdosierte Verabreichung zu Beginn der aktiven Phase der Krankheit, in naher Zukunft die Schlüsselstrategie für diesen Krankheitsverlauf sein wird“, so Comi. Weitere chronische Autoimmunerkrankungen, an deren Behandlungsmöglichkeiten Merck forscht, sind der systemische Lupus erythematodes (SLE) und die Rheumatoide Arthritis (RA). SLE kann zu Schwellungen und Schmerzen an den Gelenken, Hautausschlägen, starker Müdigkeit und Nierenschäden führen. „Ich habe viele SLE-Patienten persönlich kennengelernt. Das motiviert mich, hart an einer Therapie zu arbeiten. Die laufenden Studien zu unserem potenziellen Therapeutikum Atacicept sind vielversprechend“, sagt Simone Favre-Zimmerli, die bei Merck im Bereich Immunologie forscht. Andere potenzielle Medikamente werden für Patienten untersucht, die an chronischen Erkrankungen wie der entzündlichen Gelenkerkrankung rheumatoide Arthritis (RA) leiden. „Wir arbeiten an neuen Therapiemethoden zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen und ihren Symptomen, aber auch um das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern oder zu verlangsamen“, erklärt Favre-Zimmerli.

Dr. Giancarlo Comi,
leitender Prüfarzt der klinischen Studien zu Cladribin-Tabletten – einem potenziellen neuen Medikament von Merck zur Behandlung von MS.

„Die Ergebnisse zeigen, dass die positive Wirkung von Cladribin auf die Schubrate bei den meisten Patienten für zwei weitere Jahre lang erhalten werden kann, ohne dass eine erneute Verabreichung erforderlich ist.“

Das Medikament Rebif®zur Behandlung von MS wurde 1998 in Europa und 2002 in den USA zugelassen und ist in mehr als 90 Ländern weltweit registriert. 2012 genehmigte die Europäische Kommission die Indikations­erweiterung zur Anwendung bei MS im Frühstadium.