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Ergänzungen zur Merck KGaA auf Basis HGB

Der Lagebericht der Merck KGaA ist mit dem Lagebericht des Konzerns zusammengefasst. Jahresabschluss und zusammengefasster Lagebericht von Merck-Konzern und Merck KGaA für das Geschäftsjahr 2016 werden beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers eingereicht und sind über die Internetseiten des Unternehmensregisters zugänglich.

Erklärung zur Unternehmensführung

Die Erklärung zur Unternehmensführung gemäß § 289a HGB ist im Abschnitt „Corporate Governance“ des Geschäftsberichts enthalten. Ebenfalls ist sie auf unserer Website (www.merckgroup.com/investoren/corporate_governance) veröffentlicht.

Änderungen von Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden und Ausweis­änderungen

Durch die erstmalige Anwendung der Vorschriften des Bilanzrichtlinie-Umsetzungsgesetzes (BilRUG) ergab sich eine Anpassung der Gewinn- und Verlustrechnung des Vorjahres. Dies betraf die Umsatzerlöse, den entsprechenden Materialaufwand sowie die sonstigen betrieblichen Erträge und Aufwendungen. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung wurden entsprechend angepasst und werden in der nachfolgenden Tabelle dargestellt.

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in Mio. € 2015
vor Anpassung
Anpassung 2015
mit Anpassung
Umsatzerlöse 3.888 778 4.666
Übrige Erträge 966 – 778 188
Materialaufwand – 956 – 464 – 1.420
Personalaufwand – 1.123 – 1.123
Abschreibungen – 280 – 280
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 2.050 464 – 1.586
Beteiligungsergebnis / Abschreibungen auf Finanzanlagen 339 339
Finanzergebnis – 175 – 175
Ergebnis vor Ergebnisverrechnung und Steuern 609 609
Ergebnisverrechnung – 373 – 373
Steuern – 116 – 116
Ergebnis nach Ergebnisverrechnung und Steuern / Jahresüberschuss 120 120

Geschäftsentwicklung

Im Geschäftsjahr 2016 gingen die Umsatzerlöse der Merck KGaA auf 4.465 Mio. € (Vorjahr: 4.666 Mio. €) zurück. Der Rückgang um 201 Mio. € resultierte aus dem Unternehmensbereich Performance Materials. Die Unternehmensbereiche Healthcare und Life Science hingegen konnten ihre Umsatzerlöse leicht steigern:

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Veränderung
in Mio. € 2016 20151 in Mio. € in %
Healthcare 2.232 2.217 15 0,7 %
Life Science 710 698 12 1,7 %
Performance Materials 1.407 1.637 – 230 – 14,1 %
Sonstige Umsatzerlöse 116 114 2 1,8 %
Summe Umsatzerlöse 4.465 4.666 – 201 – 4,3 %
1
Vorjahreswerte wurden angepasst.

Die sonstigen Umsatzerlöse beinhalteten überwiegend konzerninterne Weiterverrechnungen für IT-Dienstleistungen sowie andere Verwaltungsleistungen.

Der Anteil der Umsatzerlöse mit anderen Konzerngesellschaften (Konzernumsätze) sank im Jahr 2016 auf 91,0 % (Vorjahr: 93,6 %).

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Veränderung
in Mio. € 2016 20151 in Mio. € in %
Konzernumsätze 4.063 4.366 – 303 – 6,9 %
Umsätze mit Dritten 402 300 102 34,0 %
Summe 4.465 4.666 – 201 – 4,3 %
1
Vorjahreswerte wurden angepasst.

Die Exportquote lag im Berichtsjahr mit 89,4 % (Vorjahr: 89,2 %) nahezu auf dem Vorjahresniveau.

30 KB EXCEL
Veränderung
in Mio. € 2016 20151 in Mio. € in %
Ausland 3.990 4.163 – 173 – 4,2 %
Deutschland 475 502 – 27 – 5,4 %
Summe 4.465 4.666 – 201 – 4,3 %
1
Vorjahreswerte wurden angepasst.

Der Unternehmensbereich Healthcare steigerte seine Umsatzerlöse im Wesentlichen aufgrund von Verrechnungen von Forschungs- und Entwicklungsleistungen an Konzerngesellschaften. Ohne konzerninterne Verrechnungen wären die Umsatzerlöse gesunken. Dies ergab sich insbesondere aus den Umsatzrückgängen mit Medikamenten gegen Herz- und Kreislauferkrankungen (– 25,3 %) und dem Krebsmittel Erbitux®(– 2,5 %). Vornehmlich haben sich in den Regionen Asien-Pazifik und Lateinamerika die Umsatzerlöse mit Herz- und Kreislaufmedikamenten vermindert. Dies resultierte in erster Linie aus der intensiven Bevorratung der Kunden im 4. Quartal 2015. Die Umsatzerlöse mit Präparaten zur Behandlung von Schilddrüsenkrankheiten (+ 0,9 %) blieben nahezu in allen Regionen auf dem Vorjahresniveau.

Im Geschäftsjahr 2016 sind die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Performance Materials hinter den Umsätzen des Vorjahrs zurückgeblieben. Der Rückgang resultierte aus dem schwächeren Geschäft der Geschäftseinheit Display Materials, die insbesondere in der Region Asien-Pazifik weniger Umsatzerlöse erzielte. Die Geschäftseinheiten Advanced Technologies (+ 13,7 %) und Pigments & Functional Materials (+ 3,5 %) konnten die Umsätze vorwiegend in der Region Europa behaupten sowie in der Region Asien-Pazifik ausbauen.

Der Unternehmensbereich Life Science verzeichnete in allen Geschäftseinheiten Umsatzzuwächse. Diese entfielen hauptsächlich auf die Region Asien-Pazifik, wobei in der Region Lateinamerika leichte Umsatzrückgänge zu verzeichnen waren. Insbesondere konnte die Geschäftseinheit Applied Solutions ihre Umsätze steigern (+ 3,4 %). Davon entfiel auf die Region Europa eine Umsatzsteigerung von 3,9 %.

Ertragslage

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Veränderung
in Mio. € 2016 20151 in Mio. € in %
Umsatzerlöse 4.465 4.666 – 201 – 4,3 %
Übrige Erträge 185 188 – 3 – 1,6 %
Materialaufwand – 1.488 – 1.420 – 68 4,8 %
Personalaufwand – 1.055 – 1.123 68 – 6,1 %
Abschreibungen – 176 – 280 104 – 37,1 %
Sonstige betriebliche Aufwendungen – 1.726 – 1.586 – 140 8,8 %
Beteiligungsergebnis / Abschreibungen auf Finanzanlagen 659 339 320 94,4 %
Finanzergebnis – 243 – 175 – 68 – 38,9 %
Ergebnis vor Ergebnisverrechnung und Steuern 621 609 12 2,0 %
Ergebnisverrechnung – 400 – 373 – 27 7,2 %
Steuern – 65 – 116 51 44,0 %
Ergebnis nach Ergebnisverrechnung und Steuern / Jahresüberschuss 156 120 36 30,0 %
1
Vorjahreswerte wurden angepasst.

In den übrigen Erträgen standen sich im Vergleich zum Vorjahr höhere Erträge aus Bestandserhöhungen selbsterstellter Fertigungsmaterialien sowie geringere Gewinne aus Anlagenabgängen und Wechselkursveränderungen gegenüber.

Der Materialaufwand stieg im Verhältnis zu den Umsatzerlösen leicht (33,3 %; Vorjahr: 30,4 %).

Der Personalaufwand war trotz eines Anstiegs der Mitarbeiterzahlen rückläufig. Ursächlich hierfür sind die gesunkenen Aufwendungen für Altersversorgung, die sich aus der Anwendung des geänderten, für die Berechnung der Pensionsrückstellungen gesetzlich verbindlichen Diskontierungszinses gegenüber dem Vorjahr gemindert haben. Der Unterschiedsbetrag, der sich durch die Änderung ergibt, belief sich auf 224 Mio. € und ist gesetzlich mit einer Ausschüttungssperre belegt.

Die Abschreibungen sanken vornehmlich aufgrund des Rückgangs außerplanmäßiger Abschreibungen um 97 Mio. €, da im Geschäftsjahr 2015 insbesondere immaterielle Vermögensgegenstände aufgrund der Einstellung von Entwicklungsprojekten in Höhe von 105 Mio. € außerplanmäßig abgeschrieben wurden. Dies war im Geschäftsjahr 2016 in dieser Höhe nicht notwendig.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen stiegen hauptsächlich durch verstärkte Aktivitäten im IT-Bereich sowie aus dem ­Verkauf einer konzerninternen Beteiligung.

Das Beteiligungsergebnis verbesserte sich im Wesentlichen aufgrund einer höheren Dividendenausschüttung der Merck Holding GmbH, Gernsheim, in Höhe von 500 Mio. € (Vorjahr: 270 Mio. €).

Ein Großteil der Finanzmittel für die Akquisition von Sigma-­Aldrich wurde am Jahresende des Vorjahres aufgenommen. Die hieraus resultierenden Zinsaufwendungen wurden nun über ein gesamtes Geschäftsjahr geleistet, wodurch sich das negative Finanzergebnis erhöhte.

Vermögens- und Finanzlage

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Aktiva

Veränderung
in Mio. € 31.12. 2016 31.12. 2015 in Mio. € in %
Anlagevermögen 17.563 17.770 – 207 – 1,2 %
Immaterielle Vermögensgegenstände 250 227 23 10,1 %
Sachanlagen 1.003 921 82 8,9 %
Finanzanlagen 16.310 16.622 – 312 – 1,9 %
Umlaufvermögen 1.504 1.280 224 17,5 %
Vorräte 635 617 18 2,9 %
Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 291 213 78 36,6 %
Andere Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 576 450 126 28,0 %
Flüssige Mittel 2 2
Rechnungsabgrenzungsposten 28 27 1 3,7 %
19.095 19.077 18 0,1 %
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Passiva

 

Veränderung
in Mio. € 31.12. 2016 31.12. 2015 in Mio. € in %
Eigenkapital 5.290 5.268 22 0,4 %
Rückstellungen 1.034 930 104 11,2 %
Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen 80 5 75
Andere Rückstellungen 954 925 29 3,1 %
Verbindlichkeiten 12.769 12.878 – 109 – 0,8 %
Finanzschulden 1.500 1.500
Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 260 289 – 29 – 10,0 %
Andere Verbindlichkeiten 11.009 11.089 – 80 – 0,7 %
Rechnungsabgrenzungsposten 2 1 1 100,0 %
19.095 19.077 18 0,1 %

Die Vermögens- und Finanzlage der Merck KGaA veränderte sich gegenüber dem Vorjahr kaum. Bei einer nahezu konstanten Bilanzsumme hat sich die Eigenkapitalquote mit 27,7 % nicht verändert.

Ein konzerninterner Verkauf der Merck Performance Materials Co. Ltd., Taiwan, führte zu einer Verminderung der Finanzanlagen im Berichtsjahr.

Am Standort Darmstadt wurde das Bauprojekt „One Global Headquarters“ vorangetrieben. Dies trug zu einem Anstieg des Sachanlagevermögens wesentlich bei.

Das Umlaufvermögen (Anstieg um 224 Mio. €) stieg vornehmlich aufgrund höherer Forderungen gegen verbundene Unternehmen aus Leistungsbeziehungen sowie aufgrund höherer Steuerforderungen.

Der Anstieg der anderen Rückstellungen um 29 Mio. € ergab sich im Wesentlichen aus höheren Rückstellungen für ausstehende Rechnungen. Dem standen geringere Rückstellungen aus finanziellen Risiken aus Entwicklungsprojekten gegenüber. Die Pensionsrückstellungen erhöhten sich aufgrund von angewachsenen erdienten Ansprüchen und gestiegenen Mitarbeiterzahlen, wurden jedoch gleichzeitig von dem Effekt aus der gesetzlich verbindlichen Anpassung des Diskontierungszinses gegensätzlich beeinflusst.

Der Rückgang der anderen Verbindlichkeiten resultierte vornehmlich aus konzerninternen Ergebnisverrechnungen aufgrund von Ergebnisabführungsverträgen.

Forschung und Entwicklung

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung, die für Projekte der Gesellschaft und andere Konzerngesellschaften erbracht wurden, betrugen im Berichtsjahr 751 Mio. € (Vorjahr: 782 Mio. €). Sie wurden zu einem großen Teil auch von Unternehmen außerhalb des Konzerns erbracht. Den Rückgang um 31 Mio. € (– 4,0 %) beeinflusste der Unternehmensbereich Healthcare, der in Darmstadt insbesondere auf den Gebieten Onkologie, Autoimmun- und Entzündungserkrankungen tätig ist, mit 126 Mio. €. Gleichzeitig hatte der Unternehmensbereich Healthcare mit 64,3 % (Vorjahr: 77,8 %) den größten Anteil an den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung. Forschungsschwerpunkte des Unternehmensbereichs ­Performance Materials sind die Entwicklung neuer beziehungsweise verbesserter Basismaterialien und Mischungen für LC-Displays sowie für innovative OLED-Anwendungen. Zur Stärkung des Pigmentgeschäfts wurden neue Effektpigmente für den Automobil-, Kosmetik- und Druckfarbensektor entwickelt. Im Unternehmensbereich Life Science wurde insbesondere an Technologien im ­Labor- und Life-Science-Bereich geforscht und neue Entwicklungen ­vorangetrieben. Dazu zählten verbesserte Test-Kits, Chromato­graphie-Methoden, Trägermaterialien zur Auftrennung von Wirkstoffen sowie Innovationen im Bereich der Mikrobiologie und Hygienekontrolle.

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Veränderung
in Mio. € 2016 2015 in Mio. € in %
Healthcare 483 609 – 126 – 20,7 %
Life Science 39 38 1 2,6 %
Performance Materials 223 130 93 71,5 %
Weitere, nicht einzeln den Bereichen zurechenbare Aufwendungen 6 5 1 20,0 %
Summe 751 782 – 31 – 4,0 %

Die Forschungs- und Entwicklungsquote betrug bezogen auf den Umsatz 16,8 % (Vorjahr: 16,8 %). Insgesamt waren durchschnittlich 2.320 Mitarbeiter mit Forschungs- und Entwicklungsaufgaben beschäftigt. Die Merck KGaA war mit einem Anteil von 38,0 % (Vorjahr: 45,7 %) an den gesamten Forschungs- und Entwicklungsausgaben des Merck-Konzerns einer der zentralen Forschungsstandorte. Der Rückgang des Anteils ergibt sich zum einen aus gesunkenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung der Merck KGaA und zum anderen aus gestiegenen Aufwendungen für Forschung und Entwicklung des Merck-Konzerns.

Dividende

Für das Jahr 2016 schlagen wir der Hauptversammlung eine Dividende von 1,20 Euro je Aktie vor.

Personal

Die Mitarbeiterzahl der Merck KGaA lag zum 31. Dezember 2016 bei 9.988 Beschäftigten und hat sich gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (Vorjahr: 9.537).

Anzahl der im Durchschnitt beschäftigten Mitarbeiter nach Funktionsbereichen:

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Anzahl der im Jahresdurchschnitt beschäftigten Mitarbeiter 2016 2015
Produktion 3.270 3.114
Verwaltung 2.359 2.254
Forschung 2.320 2.186
Logistik 624 583
Technik 619 555
Vertrieb 434 409
Sonstige 118 348
Summe 9.744 9.449

Risiken und Chancen

Die Merck KGaA unterliegt im Wesentlichen den gleichen Chancen und Risiken wie der Merck-Konzern. Weitere Informationen hierzu finden Sie im Risiko- und Chancenbericht.

Prognose für die Merck KGaA

Abweichungen der tatsächlichen Geschäftsentwicklungen im Jahr 2016 von früher berichteten Prognosen:

Im Jahresabschluss 2015 der Merck KGaA rechneten wir in unserer Prognose für das Geschäftsjahr 2016 mit Umsatzerlösen auf Vorjahresniveau. Die Auswirkungen des BilRUG waren in der Prognose nicht enthalten. Mit Ausnahme des Unternehmensbereichs Healthcare hatten die Umgliederungen nach BilRUG keine wesentliche Bedeutung für die Entwicklung der Umsatzerlöse.

In den Unternehmensbereichen Healthcare und Performance Materials haben wir mit einem leichten Rückgang der Umsatzerlöse gerechnet.

Aufgrund von Verrechnungen von Forschungs- und Entwicklungsleistungen an Konzerngesellschaften steigerte der Unternehmensbereich Healthcare seine Umsatzerlöse. Der erwartete Rückgang trat bei den Umsätzen mit dem Krebsmittel Erbitux®(– 2,5 %) und mit Medikamenten gegen Herz- und Kreislauferkrankungen (– 25,3 %) im Geschäftsjahr 2016 ein. Die Umsätze mit Präparaten gegen Schilddrüsenkrankheiten (+ 0,9 %) befinden sich auf prognostiziertem Niveau.

Im Unternehmensbereich Performance Materials wurde aufgrund des anhaltend hohen Wettbewerbsdrucks bei Flüssigkristallen mit einem Umsatzrückgang gerechnet. Mit dem Eintritt dieser Entwicklung sind die Umsatzerlöse der Geschäftseinheit Display Materials (– 23,3 %) deutlich gesunken. Die Geschäftseinheiten Advanced Technologies (+ 13,7 %) und Pigments & Functional Materials (+ 3,5 %) konnten ihre Umsatzerlöse zwar steigern, aber insgesamt haben sich die Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Performance Materials um 14,1 % vermindert.

Im Gegensatz zu den Erwartungen konnte die Steigerung der Umsatzerlöse des Unternehmensbereichs Life Science (+ 1,7 %) die rückläufigen Umsatzerlöse der anderen Unternehmensbereiche nicht kompensieren.

Im Jahresabschluss 2015 wurde für das Geschäftsjahr 2016 mit einem Rückgang des Jahresüberschusses gerechnet.

Der Jahresüberschuss wurde im Wesentlichen durch rückläufige Umsatzerlöse und höhere Finanzierungskosten im Zusammenhang mit der Sigma-Aldrich-Akquisition beeinflusst. Gegenläufig wirkten sich die Aufwendungen für Altersversorgung positiv auf den Jahresüberschuss aus, die durch die Anwendung der gesetzlich vorgeschriebenen Anpassung des zur Bewertung der Pensionsrückstellungen notwendigen Rechnungszinssatzes sanken. Insgesamt ist der Jahresüberschuss aufgrund des höheren Beteiligungsergebnisses gestiegen. Die finanziellen Mittel für die Gesellschaft werden weiterhin von der Merck Financial Services GmbH, Darmstadt, bereitgestellt.

Prognose 2017

Für das kommende Geschäftsjahr 2017 werden für die Unternehmensbereiche Healthcare, Performance Materials und Life Science leicht steigende Umsatzerlöse angenommen.

Die Finanzierungskosten der Sigma-Aldrich-Akquisition werden nach wie vor das Ergebnis belasten. Dennoch rechnen wir aufgrund eines positiven Beteiligungsergebnisses und Dividendenausschüttungen der Tochterunternehmen mit einem leicht ansteigenden Jahresüberschuss. Die Ausstattung mit hinreichenden finanziellen Mitteln wird durch die Merck Financial Services GmbH, Darmstadt, sichergestellt.

Derzeit sind uns keine bestandsgefährdenden Risiken bekannt, die den Fortbestand der Merck KGaA gefährden könnten.

Das interne Kontrollsystem im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess gemäß § 289 Absatz 5 HGB

Die Erstellung des Jahresabschlusses der Merck KGaA erfolgt durch die Merck Accounting Solutions & Services Europe GmbH, Darmstadt, eine eigene Gesellschaft innerhalb des Merck-Konzerns. Der Abschlussprozess der Merck KGaA basiert auf den Bilanzierungsvorschriften des Handelsgesetzbuchs unter Berücksichtigung wesentlicher Prozesse und einheitlicher Termine. Die Zielsetzung des internen Kontrollsystems (IKS) für den Rechnungslegungsprozess ist es, durch die Implementierung von Kontrollen hinreichende Sicherheit in Bezug darauf zu gewähren, dass ein regelungskonformer Abschluss erstellt wird. Das IKS umfasst Maßnahmen, die eine vollständige, richtige und zeitnahe Übermittlung und Darstellung von Informationen gewährleisten sollen, die für die Aufstellung des Abschlusses relevant sind. Die Rechnungslegungsprozesse werden durch ein stringentes internes Kontrollsystem überwacht, welches sowohl die Ordnungsmäßigkeit der Rechnungslegung als auch die Einhaltung der relevanten gesetzlichen Bestimmungen sichert.

Wesentliche Regelungen und Instrumentarien sind:

  • Bilanzierungsrichtlinien auf der Grundlage konzernweiter Richtlinien. Diese konzernweiten Bilanzierungsrichtlinien liegen in der Verantwortung des Zentralbereichs Group Accounting und sind über das Merck-Intranet für alle Mitarbeiter der betroffenen Bereiche verfügbar. Hier sind detaillierte Kontierungsanweisungen für alle wesentlichen Sachverhalte geregelt. Diese umfassen zum Beispiel auch klare Vorgaben für den Prozess der Vorratsbewertung oder die Transferpreisbestimmung im Rahmen der konzern­internen Liefer- und Leistungsbeziehungen.
  • Klar definierte Aufgabentrennung und Zuordnung von Verantwortlichkeiten zwischen den am Rechnungslegungsprozess beteiligten Bereichen. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen stellen wir in den Rechnungslegungssystemen eine Aufgabentrennung zwischen Eingaben von Vorgängen sowie deren Prüfung und Freigabe sicher. Hier sind auch die von der Geschäftsleitung genehmigten Verfügungsberechtigungen im Rahmen der Autorisierung von Verträgen oder Gutschriften ebenso zu nennen wie das durchgehend implementierte Vier-­Augen-­Prinzip.
  • Einbeziehung externer Sachverständiger – soweit erforderlich, wie zum Beispiel für die Bewertung von Pensionsverpflichtungen.
  • Verwendung geeigneter weitgehend einheitlicher IT-Finanzsysteme und Anwendung von detaillierten Berechtigungskonzepten zur Sicherstellung aufgabengerechter Befugnisse unter Beachtung von Funktionstrennungsprinzipien.
  • Systemseitig implementierte EDV-technische Kontrollen sowie manuelle prozessintegrierte Kontrollen, insbesondere im Rahmen des Rechnungslegungsprozesses.
  • Berücksichtigung von im Risikomanagementsystem erfassten und bewerteten Risiken in den Jahresabschlüssen, soweit dies nach bestehenden Bilanzierungsregeln erforderlich ist.

Für die Umsetzung dieser Regelungen und die Nutzung der Instrumentarien sind die Leitungen des jeweiligen Bereichs verantwortlich.

Der Jahresabschluss der Gesellschaft liegt in der Verantwortung des für die Finanzen zuständigen Mitglieds der Geschäftsleitung der Merck KGaA. Diese Verantwortung ist in der Geschäftsordnung der Geschäftsleitung dargestellt.

Alle beschriebenen Strukturen und Prozesse unterliegen der ständigen Überprüfung durch die interne Revision. Welche Strukturen und Prozesse jeweils einer Prüfung unterzogen werden, legt die Geschäftsleitung in einem jährlichen Prüfungsplan fest.

Die Ergebnisse dieser Prüfungen werden regelmäßig in den Sitzungen der Geschäftsleitung, des Aufsichtsrats und des Finanz­ausschusses der E. Merck KG behandelt.